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Rentabilität steigt: Solare Energieversorgung für Mehrfamilienhäuser

Mehrfamilienhäuser mit Solaranlagen auf den Dächern aus der Vogelperspektive.(c) www.pixabay.com / Solarimo

Der Frühling steht vor der Tür – und er soll warm werden, prognostiziert der Wetterdienst. Gerade für Eigentumsgemeinschaften mit Mehrfamilienhäusern lohnt sich angesichts der sonnigen Aussicht ein Blick auf ihr Dach. Dieses eignet sich häufig bestens für die klimafreundliche Solarnutzung. Allerdings scheuen einige Eigentümergemeinschaften den hohen Verwaltungsaufwand einer Photovoltaikanlage – trotz der Kosteneffizienz. Die triftigsten Gründe sind die vielen Ausnahmeregelungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und undurchsichtigen Steuerregelungen. Doch das ändert sich bald. Solarstrom wird mit dem richtigen Betriebskonzept profitabel: Bis zum 30.06.2021 wird das sogenannte Prosumer-Recht – Producer (Erzeuger), die gleichzeitig auch Consumer (Verbraucher) sind – auch in Deutschland rechtskräftig. Innerhalb dieses Rechtsrahmens ist die gemeinschaftliche Eigenversorgung für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) in Deutschland leichter realisierbar. Sobald das richtige Betriebskonzept für den eigenen Solarstrom gefunden ist, lassen sich Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Mehrfamilienhäusern jetzt kosteneffizient und mit geringem Aufwand anbringen.

Wann eignet sich Photovoltaik für WEGs?

Die Nutzung von Solarstrom in Eigentümergemeinschaften hängt im Wesentlichen von dem individuell geeigneten Betriebskonzept ab. Vorab geklärt werden sollte die Größe der nutzbaren Dachfläche, die Höhe des erwarteten Eigenverbrauchs durch PV-Strom und die Anzahl der Wohnparteien. Für das richtige Betriebskonzept spielen ebenso die Ausstattung an Stromzählern und das Verteilnetz eine große Rolle.

Ist Photovoltaik für Mehrfamilienhäuser rentabel?

Je mehr Strom im eigenen Haus verbraucht werden kann, desto besser. Auf Mehrfamilienhäusern lohnt sich die Produktion besonders, da sich ungenutzten Dachflächen leicht für die Energieproduktion umwandeln lassen. Mehrfamilienhäuser mit großen Dachflächen sind daher ideal. Zudem verteilen sich die Installationskosten und die Planungsgebühren der Photovoltaikanlage auf die Eigentümer*innen. Und gerade der hohe Eigenverbrauch eines Mehrfamilienhauses rechnet sich durch die Einsparung des Stromkaufs aus dem Stromnetz: Strom aus Photovoltaik kostet zwischen 9 bis 12 Cent je Kilowattstunde (kWh). Im Vergleich liegen die Stromkosten aus dem öffentlichen Versorgungsnetz bei 22 bis 32 Cent je kWh. Sollten Sie sich für die Produktion und den Verbrauch von Solarstrom entscheiden, können Sie also bis zu 8,38 bis 10,95 Cent je kWh sparen. Ihre Energiekosten sinken um rund 50 Prozent.

Mit Solarenergie Selbstversorger werden

Eigentümergemeinschaften können künftig sogar Renditen mit ihren Photovoltaikanlagen erwirtschaften und haben die Möglichkeit, unkompliziert und energieeffizient selbst Strom zu erzeugen: „Eigenversorger sind individuell oder über Aggregatoren berechtigt, erneuerbare Energie einschließlich für die Eigenversorgung zu erzeugen und die Überschussproduktion (…) zu verkaufen“, besagt die EU Richtlinie 2018/2001.

Mit dem SolardachCheck finden Sie in wenigen Minuten heraus, ob sich Ihr Dach für eine Photovoltaik-Anlage eignet.

Die wichtigsten sieben Vorteile einer Photovoltaik-Anlage

  1. Photovoltaikanlagen sind aufgrund ihres geringen CO2-Austoßes die klimafreundlichste Variante unter den Strom- und Wärmeenergieversorgern.
  2. Das Warmwasser einer Solaranlage ist CO2-frei und kann im Sommer den kompletten Wärmebedarf (Heizwasser und Brauchwasser) abdecken.
  3. Im Jahr liefert sie durchschnittlich 60 Prozent der Energie für die Warmwasseraufbereitung, 15 Prozent Heizwärme
  4. Langfristige finanzielle Entlastung durch energetische Eigenversorgung
  5. Die Einsparungen der Erträge werden nicht zuletzt zur Freude der Mieter*innen bzw. Hausbewohner*innen als positive Einnahmen auf der Nebenkostenabrechnung aufgeführt.
  6. Bundesförderung: Zuschuss für innovative Energiegewinnung von der KfW Bank nutzen. Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und an Fassaden anbringen lassen energieeffizient nutzen.
  7. Die WEG ist meistens Körperschaftssteuerbefreit.

Wie kann ich meinen eigenen Solarstrom produzieren?

Ist ein Anlagenbetreiber*in auch gleichzeitig Strombezieher*in, liegt eine Personenidentität vor. Per Definition ist der oder diejenige Eigenversorger*in, wenn er oder sie den selbstproduzierten PV-Strom nicht durch das öffentliche Stromnetz leitet, sondern die Stromerzeugungsanlage selbst betreibt. Das klingt erstmal komplex. Ist aber mit dem richtigen Planungskonzept leicht realisierbar. Mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung der Energieagentur Regio Freiburg können Sie bald Ihren eigenen Strom produzieren.

Wie bringe ich die Solaranlage auf’s Gemeinschaftsdach?

Der Leitfaden „Solar-WEG: Schritt für Schritt“ führt durch die aktuellen Betreibermodelle. Diese unterscheiden sich nach Aufwand und Wirtschaftlichkeit. Bei der gängigsten Variante zur Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage kauft und betreibt die WEG die PV-Anlage selbst. Der Verwaltungsaufwand ist bei dieser Variante sehr gering. Sofern auch die Geräte von der WEG betrieben werden, zählen zum Gemeinschaftsstrom der Eigenversorgung auch der Allgemeinstrom (Licht und Aufzug), die Wärmepumpe und Raumlufttechnik sowie Klimaanlagen. So werden die Nebenkosten erheblich gesenkt. Den nicht verbrauchten Strom kann die WEG ins öffentliche Netz einspeisen und über das Erneuerbare-Energie Gesetz vergüten. Wichtig: Der Zähler für den Allgemeinstrom (Licht und Aufzug) sollte durch einen Zweirichtungszähler ersetzt werden. An den ist auch die PV-Anlage angeschlossen. Sobald die EU-Richtlinie in Deutschland umgesetzt ist, kann die Eigenversorgung aller Wohnparteien im Mehrfamilienhaus realisiert werden.

Der Anlagenbesitzer kann seine PV-Anlage auch einfach an eine Wohnpartei vermieten. Ebenso können die Wohnparteien die Dachfläche der WEG mieten. Im Contracting-Modell betreiben die Bewohner die PV-Anlage und versorgen sich auch selbst mit Strom.