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2014 steigt die EEG-Umlage

Heute haben die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für 2014 bekannt gegeben. Mit 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom muss der Endverbraucher kommendes Jahr fast 20 Prozent mehr bezahlen.

Jedes Jahr berechnen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW im Auftrag des Gesetzgebers die so genannte Ökostrom-Umlage. Die Prognosen, die den Berechnungen zugrunde liegen, wurden von unabhängigen Gutachtern durchgeführt. Im Vergleich zu 2013 (5,277 Cent) müssen Endverbraucher nächstes Jahr mit 6,24 Cent 20 Prozent mehr für jede Kilowattstunde Strom bezahlen.

EEG-Umlage – was ist das?

Doch was bedeutet eigentlich EEG-Umlage? Die Netzbetreiber sammeln den in Deutschland hergestellten Strom und verkaufen ihn an der Strombörse. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) schreibt ihnen vor, Ökostrom zu einem auf 20 Jahre staatlich garantierten Preis abzunehmen. Dieser liegt merkbar über dem Preis an der Strombörse. Den Unterschied von Börsenpreis und festem Abnahmepreis zahlen Endverbraucher über ihre Stromrechnung – die EEG-Umlage.

Die Höhe der Ökostrom-Umlage hat eine heftige Debatte über die Kosten und den Nutzen der Energiewende in Gang gesetzt. Schuld an der Preiserhöhung sollen die erneuerbaren Energien sein. Stimmen aus Politik und Industrie fordern daher eine Reform des EEGs bzw. eine Senkung der Stromsteuer. Doch die EEG-Umlage enthält auch viele Zusatzkosten.
Umweltschutz- und Verbraucherorganisationen sehen die Erhöhung der EEG-Umlage differenzierter. Für sie sind folgende Faktoren die wahren Preistreiber:

Die EEG-Umlage steigt, weil …

1.    mehr Ökostrom hergestellt und vergütet werden muss.

Die absolute Menge an Ökostrom steigt durch die Energiewende, da immer mehr Ökostromanlagen ans Netz gehen. 2011 wurde die Umlage darüber hinaus zu niedrig angesetzt. Dieser Unterschied muss ebenfalls ausgeglichen werden.

2.    energieintensive Betriebe davon befreit sind.

Die EEG-Umlage könnte niedriger sein, wenn wirklich alle Verbraucher zahlen müssten. Doch die stromintensive Industrie wird zu großen Teilen von der EEG-Umlage ausgenommen. Sie verbraucht laut Bundesnetzagentur rund 18 Prozent des Stroms in Deutschland, zahlt aber nur 0,3 Prozent der Ökostrom-Umlage. So will man die Großindustrie vor Benachteiligungen im internationalen Wettbewerb schützen und wirtschaftliche Einbußen in Deutschland vermeiden. Laut einer Studie von FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft) und IZES (Institut für ZukunftsEnergieSysteme) stehen jedoch nicht alle bevorzugten Unternehmen im internationalen Wettbewerb – daher würden sie auch nicht durch höhere Stromkosten abwandern.


Zahlen aber ingesamt weniger für die EEG-Umlage, erhöhen sich die Stromkosten für den Einzelnen. Nach Angaben von Greenpeace bezahlen private Haushalte mittlerweile 1,2 Milliarden Euro an Subventionen für die Großindustrie bei der EEG-Umlage. Ohne diese Regelung würde die Umlage um 0,6 auf 3 Cent pro Kilowattstunde sinken.

3.    erneuerbare Energien den Strompreis an der Börse reduzieren.

Erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot bei großer Nachfrage. Dadurch senken sie den Strompreis an der Börse. Mittags wird zum Beispiel vergleichsweise viel Strom benötigt, aber gerade zu dieser Zeit auch viel Strom durch Solarenergie produziert. So müssen mittags seltener die teuren fossilen Kraftwerke zugeschaltet werden, um die Differenz auszugleichen. Dieser „Merit Order” genannte Effekt reduziert den Strompreis. Sinkt dieser jedoch, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem festen Abnahmepreis, der den Ökostromproduzenten garantiert ist. Verbraucher müssen diese dann durch die EEG-Umlage ausgleichen.
 
Allein 2009 ist laut Greenpeace der Strompreis an der Börse so um 2,8 Milliarden Euro gesunken. Bis heute wird diese Wirkung jedoch nicht an die einzelnen Verbraucher weitergegeben. Jeder Stromkunde würde in diesem Fall jedoch um 0,5 Cent pro Kilowattstunde entlastet werden. Die Großindustrie hingegen profitiere bereits vom Merit-Order-Effekt, da sie ihren Strom meist direkt an der Börse erwerbe, so die Umweltorganisation.

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