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Alte Umwälzpumpen: Verschwender im Dauerlauf

Strom ist der teuerste Energieträger im Haushalt. 10 Prozent des Jahresstromverbrauchs oder 300-600 kWh pro Jahr verbraucht allein die Heizungsumwälzpumpe im Einfamilienhaus.

1.000 Euro könnte jeder Besitzer eines der 14 Mio. Einfamilienhäuser in Deutschland über die 15 Jahre Pumpenlebensdauer einsparen, wenn er seine Altpumpe durch eine Hocheffizienzpumpe ersetzt.  Und der Pumpenaustausch kostet nur 300 bis 500 Euro.

Sie sind stille Dauerläufer und ihr Stromverbrauch wird deshalb völlig unterschätzt: Umwälzpumpen in der Heizungsanlage sorgen für die Wasserzirkulation durch Rohre in unsere Heizkörper und Wasserhähne. Ihre Leistung wird in der Heizzeit 24 Stunden am Tag gebraucht. Rund 5.000 Betriebsstunden und mehr kommen im Jahr zusammen. Für Ein- oder Zweifamilienhäuser reichen 5-25 Watt elektrische Pumpenleistung. In den meisten Kellern arbeiten aber Pumpen mit einer Leistung von 60 bis 130 Watt. Die alten Pumpen erzeugen auch einen unnötig hohen Druck in den Rohrleitungen und dadurch Strömungsgeräusche und pfeifende Ventile.

Die Einsparung durch den Einbau einer neuen kleineren Pumpe ist schnell errechnet. Beispiel: 0,1 kW (alt) minus 0,02 kW (neu) = 0,08 kW (eingespart) mal 5000 Stunden Jahresbetriebszeit ergibt 400 kWh/Jahr Einsparung. Die Stromkosten-Einsparung beträgt 76 Euro pro Jahr (19 Ct./ kWh) oder 1.100 Euro über die fünfzehnjährige Lebensdauer. Eine neue Pumpe kostet 300-500 Euro. Sie macht sich über ihre Lebensdauer also doppelt bezahlt. Der nächste Pumpenersatz finanziert sich von selbst.

Eine Heizungsumwälzpumpe sollte nicht größer sein als 0,15 Watt pro m² Wohnfläche. Für ein Einfamilienhaus mit 130 m² sind das höchstens 20 Watt elektrische Antriebsleistung. Eine Pumpe, selbsttätig regelnd zwischen 5 bis 25 Watt, reicht also für ein Einfamilienhaus aus.

Die Lösung sind die neuen „Hocheffizienzpumpen“. Sie passen ihre Stromleistungsaufnahme selbsttätig den ständig wechselnden Druckverhältnissen im Rohrnetz an. Werden Thermostatventile zugedreht, weil weniger geheizt wird, laufen alte Pumpen unverändert weiter und verbrauchen unnötig Strom. Nicht so die Hocheffizienzpumpen. Steigt durch die geschlossenen Ventile der Druck im Rohrnetz, sinkt der Stromverbrauch der Pumpe. Die Hocheffizienzpumpen setzen auf zwei Effekte: Sie sind exakt dimensioniert (Pumpen mit kleiner Leistung) und sie passen ihre elektrische Leistung dem jeweiligen Bedarf an. Möglich wird das durch ihr modernes Antriebssystem, die Permanentmagnet-Motoren. Durch den Einsatz dieser Motoren erhöht sich der Wirkungsgrad von 10 Prozent auf 70 Prozent, der Stromverbrauch sinkt drastisch bis zu 80 Prozent. Die Hocheffizienzpumpen wurden ab 1992 in der Schweiz entwickelt und haben sich als ideale Problemlöser erwiesen. Sie sind in ihren äußeren Abmessungen auffällig klein. Die „Kleinen“ aber bitte nicht unterschätzen: Sie haben ein starkes Drehmoment und laufen damit auch nach der Sommerpause besser an, als die alten Pumpenriesen.

Die Hocheffizienzpumpen sparen nicht nur Strom, sie entlasten auch die Umwelt. Denn mit jeder kWh an eingespartem Strom wird ein CO2-Ausstoß von 660 Gramm vermieden. Das sind 2-4 Tonnen CO2 über die Lebensdauer. Ein großer Effekt für den Austausch einer kleinen Umwälzpumpe. Rund 25 Mio. davon gibt es in Deutschland. Sie auszutauschen, spart übrigens auch Kraftwerksleistung, weil sie als Dauerläufer eine stete Grundlast am Netz bilden. 60-80 eingesparte Watt elektrischer Leistung mal 25 Mio. Pumpen, das sind 1500- 2000 MW frei werdende Kraftwerksleistung. Ein Kohlekraftwerk hat eine Leistung von 750 MW, ein Kernkraftwerk 1200 MW. Ein Kohle- und ein Kernkraftwerk stilllegen und dabei pro Hauseigentümer noch 500 Euro Gewinn erzielen… Was hindert uns daran?

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Werner Eicke-Hennig