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Altbauten: Der Weg zum Erfolg

Innerhalb von 50 Jahren kann in Deutschland der Heizenergieverbrauch halbiert werden. Hierzu gehören sechs Schritte, die zusammen mit ohnehin anstehenden Erneuerungsmaßnahmen ausführbar sind.

Wäre diese Kenntnis der sinnvollen und erfolgreichen Energiespartechniken in den Köpfen der 14 Millionen deutschen Hauseigentümer, es wäre ein Stück vom Sieg über die Klimagefahren.

Informationen zum Energie sparen sind zahlreich und eher verwirrend. Wer heute über eine entsprechende Messe geht, rechnet sich hinterher aus seiner Prospektsammlung leicht eine erzielbare Einsparung von 300 Prozent zusammen. Das macht nicht wirklich glücklich, sondern verwirrt eher. Wer verwirrt ist, handelt aber nicht.

Da braucht es Klarheit. Die kommt aus vielen ausgeführten Projekten im Altbau. Die folgenden Techniken sind stets erfolgreich und verlässlich:

  • Dämmung der Außenwand: 12 cm Dämmstoff außen oder 6 cm Dämmstoff innen. Es kann auch die Luftschicht von Hohlmauerwerk gedämmt werden
  • Dämmung des Daches mit 20 cm Dämmstoff, z.B. zwischen oder unter den Sparren
  • Neue Verglasung als Wärmeschutz-Isolierverglasung
  • Kellerdeckendämmung mit 8 cm Dämmstoff
  • Gas- oder Öl-Brennwertkessel für den Heizungskeller
  • Solaranlage für die Brauchwasseranlage

Erfolgreich sind sie, weil sie für unser Klima entwickelt wurden. Deutschland ist kein Sonnenland. Wir haben acht bis neun Monate Heizperiode und müssen deshalb zu allererst die Energieverluste der Gebäude absenken. Das heißt Wärmedämmung und hocheffiziente Verglasungen. Die Haustechnik versorgt dann den „Rest“ energiesparsam, wenn sie gut gedämmt und gut geregelt ist und die Sonne oder heimische Biomasse nutzt.

Mit diesen Maßnahmen kann jedes Althaus schrittweise seinen Heizenergieverbrauch mindestens halbieren. Es geht auch mehr, wenn die Maßnahmen in noch besserer Qualität ausgeführt werden: Dicker dämmen und den dann sehr kleinen Restenergiebedarf z. B. mit 40 m² Solarkollektoren und einem 6 m³ Warmwasserspeicher decken. Ab einem Heizenergieverbrauch von 5 Liter Heizöl pro m² Wohnfläche und Jahr (50 kWh pro m² und Jahr) kann das gelingen. Heute liegen wir aber noch bei 20 Litern Heizöl pro m² und Jahr, das Aufgabenfeld für die Wärmedämmung ist damit abgesteckt.

Energiesparmaßnahmen kosten Geld. Für ein Einfamilienhaus kommen mit dem Instandsetzungsanteil rund 70.000 EUR zusammen. Wie also vorgehen? Bei der Wahl der Maßnahmen gibt es keine zwingende Reihenfolge.

Wenn Sie Ihr Haus selbst nutzen, ist folgendes Vorgehen sinnvoll: Zukünftige Erneuerungen am Gebäude (Außenbauteile/Haustechnik) lassen sich jeweils mit einer der oben genannten Energiesparmaßnahmen verbinden. Bei einer anstehenden Putzerneuerung kann z.B. ein 14 cm dickes Wärmedämmverbundsystem ausgeführt werden. Die Mehrkosten sind dann überschaubar: 30-50 EUR pro m² Wandfläche. Ein solches Vorgehen hat den Vorteil, dass die Kosten Schritt für Schritt anfallen und leichter finanziert werden können. Selbstnutzende Hauseigentümer handeln also getreu dem biblischen Grundsatz: „Ein jegliches hat seine Zeit.“ Aber es geht auch anders: Hauskäufer oder Erben wollen ihren Altbau vor dem Einzug häufig erst runderneuern: Dann werden alle Maßnahmen zu einem Zeitpunkt ausgeführt, z.B. mit einem KfW-Kredit in Höhe von maximal 50.000 EUR pro Haus oder Wohneinheit.

Als Vermieter wählt man bei Instandsetzungsmaßnahmen die Energiesparmassnahmen, die mit der ortsüblichen Vergleichsmiete verträglich sind oder maximal steuerlich angesetzt werden können. Nur bei der Fenstererneuerung muss man überlegen, ob man gleich auch eine Außenwanddämmung mit ausführen lässt, um der bei dichten Fenstern höheren Schimmel-gefahr zu begegnen. Der Energiesparteil der Investition ist „Modernisierung“ und damit auf die Miete umlagefähig (11-%-Regel).

Welche Maßnahmen in Ihrem Fall wirtschaftlich sind und welche Fördermaßnahmen Ihnen zur Verfügung stehen, können Sie mit dem Modernisierungsratgeber von co2online berechnen.

Für das Team von co2online grüßt Sie

Ihr Werner Eicke-Hennig