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Wunderpflanze für den Klimaschutz?

„Ich habe gehört, die Wunderpflanze Jatropha soll auch im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt werden. Wie soll das denn bitte funktionieren?“ (Dörte M., Kuchen)

Jatropha-Strauch(c) Immersia / GNU

Prof. Dr. Gernot Klepper (Kiel Earth Institute): „Jatropha ist eine recht genügsame Pflanze, die zu einem kleinen Baum heranwachsen kann und Früchte produziert, die Öl enthalten. Dieses Öl ist nicht für den Verzehr geeignet, sondern kann zu Brennstoff verarbeitet werden.

Der Vorteil von Jatropha ist, dass es auch auf Böden wächst, die für Landwirtschaft nur schlecht geeignet sind. Sein Nachteil ist, dass die Ölausbeute auf schlechten Böden auch gering ist und dass die Pflanze eigentlich ein Wildgewächs ist, das noch nicht auf hohen Ertrag gezüchtet worden ist.

Jatropha-Öl wurde bisher in kleinen Mengen als Rohstoff für die Produktion von Dieselkraftstoff eingesetzt. Auch der Biokraftstoff für den Testbetrieb bei einem Flugzeug besteht teilweise aus Jatropha-Öl.

Jatropha ist sicher nicht die Wunderpflanze gegen den Klimawandel, sie kann aber einen Beitrag leisten, wenn sie im Vergleich zu Brennstoffen aus Erdöl weniger Emissionen verursacht und wenn sie nicht zu stark in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion tritt. Für den Einsatz als Biokraftstoff in Europa muss der Jatropha-Anbau allerdings zertifiziert werden. Damit soll sichergestellt werden, dass das Japtropha-Öl nachhaltig produziert wird und tatsächlich dem Klimaschutz dient. In Indien bauen 140.000 Kleinbauern zertifiziertes Jatropha auf 80.000 Hektar an, das in der Europäischen Union als Biodiesel eingesetzt wird.“

 

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