Heizungspumpen: Förderung für den Austausch

Der Austausch einer veralteten Heizungspumpe spart dauerhaft Stromkosten. Staatliche Förderung macht den Austausch noch attraktiver: bis zu 20 Prozent Zuschüsse zahlen BAFA und KfW. Wir zeigen, wie Sie die Förderung für eine neue Heizungspumpe beantragen.

FördermittelCheck: Förderung finden

Prüfen Sie, welche Fördermittel es für Ihr Vorhaben gibt. Alle Zuschüsse und Kredite von Bund, Ländern, Kommunen und Versorgern:

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • mit Förderung rechnet sich Pumpentausch nach 3 bis 7 Jahren
  • Förderung für Heizungspumpen vom BAFA: 20 Prozent Zuschuss 
  • Förderung auch für Schlammabscheider und hydraulischen Abgleich
  • 6 Schritte bis zur BAFA-Förderung

Lohnt es sich, eine Förderung für Heizungspumpen zu beantragen?

Alte Heizungspumpen können rund 10 Prozent der Stromkosten eines Haushalts ausmachen. Der Austausch einer Heizungspumpe – auch Umwälzpumpe genannt – rechnet sich besonders bei Modellen, die bis 2007 eingebaut wurden. Die staatliche Förderung sorgt dafür, dass sich eine neue Heizungspumpe schneller rentiert als über die reine Ersparnis bei den Stromkosten. Nach Angaben der Verbraucherzentrale und der Stiftung Warentest rechnet sich der Austausch einer Heizungspumpe nach drei bis sieben Jahren.

Beispielrechnung für eine Förderung vom BAFA

So sieht eine Beispielrechnung für die Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) aus. Das BAFA zahlt einen Zuschuss von 20 Prozent auf den Nettobetrag der Rechnung. Eine Heizungspumpe samt Einbau kostet etwa 300 bis 400 Euro brutto. 

  • Bruttokosten: 400 Euro
  • Nettokosten: 336,13 Euro
  • Heizungspumpenförderung vom BAFA: 67,23 Euro (20 Prozent)

Der/die Auftraggeber*in bezahlt also aus eigener Tasche insgesamt 268,90 Euro für den Austausch der Heizungspumpe.

Heizungspumpe: Kosten für Strom pro Jahr im Vergleich (4.000 Heizstunden pro Jahr)

Hocheffizienzpumpe (2019)36 kWh11 Euro
Hocheffizienzpumpe (2007)70 kWh20 Euro
geregelte Heizungspumpe (2007)174 kWh51 Euro
Standardpumpe* (1990er-Jahre)221 kWh65 Euro

* ungeregelte Heizungspumpe mit 55 Watt / Strompreis: 29,3 Cent je kWh / Quellen: Stiftung Warentest, Bundesnetzagentur, eigene Berechnungen

Voraussetzungen für die BAFA-Förderung

Seit dem 01.01.2021 ist das bisherige Förderprogramm vom BAFA durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG, ersetzt worden. Dadurch haben sich auch die Konditionen für die Pumpenförderung geändert:

  • Der Fördersatz beträgt 20 Prozent (statt 30 Prozent wie bis Ende 2020)
  • Der Pumpentausch als Einzelmaßnahme ist nicht mehr förderfähig
  • BEG fördert nur die Kombination Pumpentausch + hydraulischer Abgleich

Warum die Kombination beider Maßnahmen Pumpentausch + hydraulischer Abgleich sinnvoll ist, lesen Sie in unserem Artikel zum Austausch einer Heizungspumpe. Für die Förderung einer neuen Heizungspumpe stellt das BAFA einige Bedingungen. Die wichtigsten sind:

  • Den Austausch der Heizungspumpe muss ein Fachbetrieb vornehmen und die Heizungspumpe darf nicht gebraucht sein – auch nicht einzelne Teile.
  • Der/die Heizungsbesitzer*in muss sich vor der Auftragsvergabe auf der Website des BAFAregistrieren. Innerhalb von sechs Monaten nach der Registrierung muss der Austausch der Heizungspumpe abgeschlossen sein.
  • Pro Heizanlage kann jede Maßnahme wie der Austausch von Heizungspumpe und Zirkulationspumpe nur einmal beantragt werden. Die BAFA-Förderung für eine neue Heizungspumpe darf nicht mit anderen öffentlichen Fördermitteln des Bundes (zum Beispiel der KfW), der Länder oder der Kommunen kombiniert werden.
  • Für Heizungspumpen gelten folgende technische Mindestanforderungen:

- Nassläufer-Umwälzpumpen: Energieeffizienzindex EEI ≤ 0,2 gemäß Verordnung (EU) Nr. 641/2009 in geltender Fassung
- Trinkwarmwasser-Zirkulationspumpen: Energieeffizienzindex EEI ≤ 0,2 in Anlehnung an Verordnung (EU) Nr. 641/2009 in geltender Fassung
- Trockenläufer-Umwälzpumpen: Elektromotor der Klasse IE4 und Pumpeneffizienz MEI ≥ 0,6 gemäß Verordnung (EU) Nr. 547/2012

Schritt für Schritt: Förderung für eine Heizungspumpe beim BAFA beantragen

  1. Zunächst sind Angebote von Fachunternehmen für die geplante Maßnahme einzuholen. Bei Einbindung eines Energieeffizienz-Experten (EEE), ist bei ihm zusätzlich die technische Projektbeschreibung (TPB) zu beauftragen. Der EEE stellt im Anschluss die TPB-ID zur Verfügung. Diese wird im Antrag abgefragt.
  2. Den Antrag online beim BAFA stellen. Das Online-Antragsformular ist auf www.bafa.de/beg unter dem Bereich „Informationen für Antragstellende“ zu finden. Im Antragsformular werden alle für die 1. Stufe der Antragsbearbeitung relevanten Informationen abgefragt. Im letzten Schritt wird der Antrag elektronisch an das BAFA übermittelt.
  3. Prüfen Sie, ob die neue Hocheffizienzpumpe die technischen Voraussetzungen erfüllt.
  4. Nach Antragstellung kann mit der Auftragsvergabe und der Umsetzung der Maßnahme begonnen werden. Das BAFA empfiehlt, mit der Auftragsvergabe bis zum Erhalt des Zuwendungsbescheides zu warten.
  5. Nach Fertigstellung der Maßnahme, bezahlt der Antragsteller alle Rechnungen der eingesetzten Fachunternehmen. Danach kann der Verwendungsnachweis online im BAFA-Portal einreicht werden:
  6. Wurde der Verwendungsnachweis erfolgreich erstellt und an das BAFA übermittelt, werden die eingereichten Unterlagen schnellstmöglich gesichtet. Nach positiver Prüfung erstellt das BAFA den Festsetzungsbescheid, sendet diesen per Post zu und veranlasst die Auszahlung des gewährten Zuschusses über die Bundeskasse Trier.

KfW-Förderung für Heizungspumpen

Die staatliche Förderbank KfW zahlt bei Ihrem Programm Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430) eine Förderung für Einzelmaßnahmen. Dazu zählt auch der Einbau einer neuen Heizungspumpe, wenn er mit einem hydraulischen Abgleich verbunden wird.  Die KfW zahlt einen Zuschuss von 20 Prozent der förderfähigen Kosten. Beim BAFA sind es ebenfalls 20 Prozent. Außerdem sind bei der KfW nur Einzelmaßnahmen förderfähig, die zusammen mindestens 1.500 Euro kosten.

Unser Tipp: Eine KfW-Förderung sollten Besitzer*innen von Ein- und Zweifamilienhäusern erst dann prüfen, wenn sie außer dem Einbau einer neuen Heizungspumpe und dem hydraulischen Abgleich noch weitere Sanierungsmaßnahmen planen, die nicht vom BAFA gefördert werden. Nutzen Sie dazu unseren FördermittelCheck.

Wo gibt es noch Förderung für eine neue Heizungspumpe?

Außer BAFA und KfW zahlen auch mehrere Kommunen und Energieversorger eine Förderung für den Austausch einer Heizungspumpe. Energieversorger machen häufig zur Bedingung, dass Sie dort Kunde sind oder zu diesem Unternehmen wechseln. Welche Fördermaßnahmen es in Ihrem Postleitzahlgebiet gibt, ermitteln Sie in wenigen Minuten mit unserem FördermittelCheck. Wenn Sie einen Überblick über alle Förderungen suchen, nutzen Sie am besten unsere umfangreiche Fördermittel-Liste für Heizungspumpen.

Kann ich Förderungen für Umwälzpumpen kombinieren?

Beim BAFA darf die Förderung für eine neue Heizungspumpe nicht mit anderen öffentlichen Fördermitteln des Bundes (zum Beispiel der KfW), der Länder oder der Kommunen kombiniert werden. Eine Doppelförderung mit Zuschüssen von privaten Unternehmen ist erlaubt, falls diese nicht ihrerseits eine Mehrfachzahlung ausschließen. Bei einer zusätzlichen Förderung durch Stadtwerke kommt es allerdings auf die Details im Einzelfall an, denn Stadtwerke können entweder als kommunale oder als private Unternehmen gelten. Wenden Sie sich in Zweifelsfällen an das Beratungstelefon des BAFA unter der Nummer 06196/908-1001.

Autor:
Jens Brehl

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