Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Beratung zum Mini-KWK-Impulsprogramm: Förderbedingungen, Hintergrund und Infos zur Antragsstellung

Bevor umweltfreundlich Strom und Wärme in einem BHKW erzeugt werden können, muss natürlich finanziell in ein solches investiert werden. Damit es nicht an den Anschaffungskosten scheitert, hat das Bundesumweltministerium das so genannte Impulsförderprogramm entwickelt, das einen Zuschuss für die Anfangsinvestition in eine Mini-KWK-Anlage bietet. Mit diesem Artikel bieten wir eine erste Beratung zum Mini-KWK-Programm an und stellen dieses Förderprogramm in seiner seit dem 01.01.2015 geltenden Fassung vor.

Mini-KWK-Anlage mit Biogasnutzung(c) Berliner Energieagentur

Hinter der Förderung der kleinen KWK-Anlagen steht zunächst große Energiepolitik: In Deutschland sollen die Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gemindert werden. Dafür soll die Kraft-Wärme-Kopplung so ausgebaut werden, dass sie bis 2020 einen Anteil von 25 Prozent an der Stromerzeugung erreichen kann. Auch kleine KWK-Anlagen bis 20 kW elektrischer Leistung können dazu beitragen. Diese Kleinanlagen können flexibel auf den schwankenden Anteil erneuerbarer Energien reagieren und damit zur Netzstabilität beitragen. Um die genannten Ziele zu erreichen und zusätzliche Anreize für die Marktentwicklung zu bieten, fördert die Bundesregierung seit April 2012 Mini-KWK-Anlagen mit einem Investitionskostenzuschuss.

Förderbedingungen des Impulsprogramms

Bekannt ist der Investitionskostenzuschuss als „Mini-KWK-Impulsprogramm“, offiziell trägt er den Namen „Richtlinien zur Förderung von KWK-Anlagen bis 20 kWel“,kurz „Mini-KWK-Richtlinie“. Kern des Förderprogramms ist, dass die Anschaffung neuer KWK-Anlagen bis zu einer elektrischen Leistung von 20 kW, die für den Einsatz in bestehenden Gebäuden vorgesehen sind, einmalig bezuschusst wird. Die Höhe der Förderung richtet sich dabei nach der elektrischen Leistung der Anlagen. Zu den weiteren Förderbedingungen gehören unter anderem die wichtigen Punkte, dass die Anlagen nicht in einem Gebiet mit einem Anschluss- und Benutzungsgebot für Fernwärme liegen, dass sie mit einem Wartungsvertrag betreut werden und dass sie anspruchsvolle Effizienzanforderungen erfüllen. Außerdem muss die jeweilige Anlage als förderfähig gelistet sein.

Last but not least: Besonders wichtig ist, zunächst die Förderung zu beantragen und erst im Anschluss daran die Anlage zu bestellen. Angeblich liegt in dieser Formalität die häufigste Ursache dafür, dass Fördergelder nicht bewilligt werden.

Tipp: Für eine erste Online-Beratung zu Mini-KWK, wie zur individuellen Suche nach Fördermitteln, Handwerkern und Energieberatern, können die EnergiesparChecks genutzt werden.

Die wichtigsten Neuerungen: Energieeffizienz von Mini-KWK und Beantragung

Seit dem 01.01.2015 gilt eine novellierte Fassung der Förderrichtlinie, deren inhaltlicher Kern aber unverändert bleibt. Vereinfacht wurden beispielsweise die administrativen Prozesse der Beantragung. Allerdings ist noch immer eine Vielzahl an Formularen auszufüllen, sodass es empfehlenswert ist, sich frühzeitig um die Beantragung zu kümmern. Darüber hinaus wurden die Fördersummen für sehr kleine Anlagen erhöht – ohne dass sich andere Summen verringert haben. Zusätzlich zu der Basisförderung gibt es nun auch noch Bonusförderungen für die Energieeffizienz von Mini-KWK – „Wärmeeffizienz“ und „Stromeffizienz“. Diese stellen wir Ihnen im folgenden Absatz vor.

Mini-KWK Impulsprogramm: Basis- und Bonusförderung

Sind die in Haupt- und Nebenanforderungen gegliederten Förderbedingungen erfüllt, kann zunächst die so genannte Basisförderung beantragt werden. Gefördert wird dabei in Form eines einmaligen Zuschusses, dessen Höhe je nach Leistungsbereich wie folgt festgelegt ist:

Min. Leistung Max. Leistung Förderbetrag je kWel
> 0 kWel<= 1 kWel1.900 Euro
> 1 kWel<= 4 kWel300 Euro
> 4 kWel<= 10 kWel100 Euro
> 10 kWel<= 20 kWel10 Euro

Zusätzlich zur Basisförderung können kombinierbare Bonusförderungen für  „Wärmeeffizienz“ und für „Stromeffizienz“ in Anspruch genommen werden. Für den zuerst genannten Bonus sind ein Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung und die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs des Heizungssystems erforderlich.

Für den Stromeffizienz-Bonus muss anhand der technischen Leistungsdaten des BHKW ein elektrischer Wirkungsgrad bei Nennleistung gemäß einer Vorgabentabelle des Fördergebers nachgewiesen werden. Werden die Bedingungen erfüllt, wird für die „Wärmeeffizienz“ ein zusätzlicher Bonus in Höhe von 25 Prozent gewährt. Und für die „Stromeffizienz“ gibt es einen weiteren Bonus von 60 Prozent.

Den vollständigen Gesetzestext der Richtlinie finden Sie in folgender Bekanntmachung des Bundesanzeigers (PDF, 283 kB).

So stellen Sie den Förderantrag für das Impulsprogramm

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwaltet das Förderprogramm, informiert darüber und bearbeitet Anträge. Einen Rechtsanspruch auf die Zuwendungen besteht nicht, da diese von den erforderlichen Haushaltsmitteln abhängen. Die Antragstellung ist für die hier genannten Förderbedingungen ab dem 01.01.2015 möglich. Die entsprechenden Vordrucke für die Beantragung finden Sie auf der Internetseite des BAFA.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - KWK -
Frankfurter Straße 29-35,65760 Eschborn oder Postfach 51 60, 65726 Eschborn
Tel: 061 96 908-798
Fax: 061 96 908-800
Internet: Zuschuss für Mini-KWK-Anlagen
E-Mail: mini-kwk[at]bafa.bund.de

Einen Überblick über alle aktuellen Fördermittel für den Einbau eines BHKW finden Sie auch in unserer Datenbank. Vor einer Beantragung sollte eine Beratung zu Mini-KWK und den individuellen Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel durch einen Energieberater, erfolgen.

weiter