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Energieeffizienz und Geo-Engineering

Klimaschutz ist möglich – mit Techniken, die längst existieren. Und er bedeutet auch nicht das Ende des schönen Lebens. Die Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes kann sogar einen Gewinn an Lebensqualität bedeuten. Mieter von Niedrigenergiehäusern zum Beispiel berichten oft, dass sie sich dort viel wohler fühlen als in ihren vorherigen Wohnungen.

Photovoltaikanlage auf dem Hausdach(c) fovito/Fotolia.com

Beispiel Energieeffizienz: Sparsamere Technik, das bedeutet gleiche Leistung bei geringerem Verbrauch. Moderne Computer oder Kühlschränke verbrauchen viel weniger Strom als noch vor ein paar Jahren üblich. Heizungspumpen in Einfamilienhäusern sind oft wahre Energiefresser. Eine niedrigere Stromrechnung bedeutet zugleich weniger Treibhausgase – die Vorteile liegen auf der Hand. Dennoch werden die Potentiale nicht ausgenutzt. Zum einen sind die Energiekosten oft noch so niedrig, dass sich die Anschaffung neuer Geräte nicht schnell genug amortisiert. Zum anderen ist vor allem für Privatpersonen oft nicht ersichtlich, welcher Kühlschrank oder welche Waschmaschine wirklich sparsam und effizient ist. Eine übersichtlichere Kennzeichnung, wie sie Umwelt- und Verbraucherschützer fordern, könnte hier Abhilfe schaffen. Allerdings muss gleichzeitig darauf geachtet werden, dass nicht ein Anstieg der Zahl von Haushaltsgeräten die Einsparungen jedes einzelnen von ihnen wieder wettmachen.

Beispiel Stromerzeugung: Da hierzulande in den kommenden Jahren viele Kraftwerke an ihre Altersgrenze stoßen, bietet sich eine einmalige Chance zum Umbau des Energiesystems. Zahlreiche Studien, etwa fürs Bundesumweltministerium, belegen, dass eine kluge Kombination der verschiedenen Erneuerbaren-Energie-Technologien (also von Windkraft, Biogas, Wasserkraft, Photovoltaik, Pumpspeicherwerken etc.) Deutschland bis 2050 verlässlich, kostengünstig und praktisch vollständig mit Strom versorgen kann. Eine solche klimaschonende Energieversorgung erfordert aber eine Abkehr von großen und inflexiblen Zentralkraftwerken und einen Komplettumbau der bisherigen Stromnetze. Ein Teil des europäischen Stromes könnte in einigen Jahrzehnten im Rahmen des Desertec-Projekts auch aus solarthermischen Kraftwerken in Nordafrika kommen.

Steckerbuchse eines Elektromobils(c) Gudellaphoto/Fotolia.com

Beispiel Verkehr: Deutschlands Auto-Ingenieure sind weltweit führend – aber in den vergangenen Jahren haben die hiesigen Konzerne vor allem auf starke, schnelle und schwere Limousinen gesetzt. Mit sparsamen (Diesel-)Motoren und Leichtbautechnik sind längst konventionelle Autos möglich, die nur 80 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer ausstoßen und damit nur noch rund halb so viel wie heute im deutschen Durchschnitt üblich. Mit Hochdruck wird inzwischen auch an den lange verschmähten Elektroautos getüftelt. Bei ihnen hängt die Klimabilanz aber entscheidend davon ab, welchen Strom sie „tanken“. Das größte Hindernis zur Alltagstauglichkeit sind bislang die Batterien, die zu schwer und zu teuer sind und deren Speicherkapazität gering ist.

Wichtig ist deshalb, nicht die alten Verkehrskonzepte lediglich mit neuen Fahrzeugen zu verfolgen. Eine Kombination aus einem flächendeckenden Eisenbahnnetz und örtlichen Kurzzeit-Autovermietungen („Carsharing“) kann Mobilität auch in Zeiten des Klimawandels für alle möglich machen.

Doch beileibe nicht jedes Technik-Versprechen hilft dem Klima tatsächlich. Beispielsweise ist bei der CCS-Technologie zur CO2-Abscheidung in Kohlekraftwerken noch völlig unklar, ob sie großtechnisch und preiswert einsetzbar ist. Zudem ist die Kapazität der unterirdischen Lager, in die das Klimagas dann verpresst werden soll, äußerst begrenzt. Noch unsicherer sind die Erfolgschancen des sogenannten Geo-Engineerings, also großtechnischer Eingriffe in das Klimasystem. Riesige Sonnensegel im Weltall, künstliche Vulkanausbrüche oder Meeresdüngung zur Vermehrung von Algen – solche Vorschläge erwachsen aus dem Traum von der einfachen Lösung. Wegen ihrer schwer kalkulierbaren Nebenwirkungen werden sie jedoch von vielen Umweltschützern und Wissenschaftlern abgelehnt.

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