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Smart Meter: Kosten, Pflicht und Technik

Seit 2010 sind die intelligenten Stromzähler eigentlich verpflichtend für Neubauten und komplett sanierte Häuser. Zum Alltag gehören Smart Meter aber noch lange nicht. Peter Blenkers, Energieexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, beantwortet deshalb häufige Fragen von Nutzern.

Kosten und Anbieter für Smart Meter

Peter Blenkers, Verbraucherzentrale NRW

Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beantwortet häufige Fragen zum Smart Meter.

„Ich wohne in Hannover. Meine Stadtwerke haben Smart Meter noch nicht im Angebot. Warum kann ich den modernen Zähler dort nicht auf freiwilliger Basis bekommen?” (Jürgen Quardt aus Hannover)

Peter Blenkers, Verbraucherzentrale NRW: Fragen Sie am besten bei Ihrem Versorger einmal nach, warum Sie einen solchen Zähler nicht bekommen können. Die Pflicht, Strom- und Gaszähler mit neuer Technologie anzubieten, besteht für Messstellenbetreiber (Zähleranbieter) allerdings nur dann, wenn es technisch und wirtschaftlich zumutbar ist. Unseres Wissens nach gibt es bislang bundesweit nur einen Anbieter dieser innovativen Zählertechnologie. Dabei handelt es sich um den "Sparzähler" von Yello Strom, für den Sie aber eine schnelle DSL-Verbindung benötigen. Der einmalige Einrichtungspreis beträgt 79 Euro. Monatlich ist eine Zählergebühr von 3,99 Euro zu zahlen. Dafür muss dieser Anbieter übrigens nicht ihr Energielieferant sein [Anm. d. Red.: Mit Discovergy gibt es inzwischen einen zweiten bundesweiten Anbieter für Smart Meter.].

„Habe ich als Mieter ab Januar einen Anspruch auf Smart Meter?” (Annette Heller aus Leipzig)

Peter Blenkers: Ja. Denn die Anbieter von Zählern (Messstellenbetreiber) müssen seit dem 1.1.2010 einen solchen Zähler im Angebot haben. Das Gesetz erlaubt aber auch eine Ausnahme, wenn den Anbietern aus wirtschaftlichen und technischen Gründen ein solches Angebot nicht zugemutet werden kann. Für Stromzähler wird das eher nicht gelten – für Gaszähler vermutlich schon. Es ist aber davon auszugehen, dass die meisten Messstellenbetreiber einen „fernauslesbaren“ Stromzähler und einige auch einen solchen Gaszähler anbieten werden.

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Sind Smart Meter Pflicht für Häuslebauer?

„Wir bauen gerade ein Haus, wollen aber keine Smart Meter einbauen. Müssen wir nach der derzeitigen Gesetzeslage mit Kontrollen oder gar Sanktionen rechnen?” (Gerd Jurack aus Siegen)

Peter Blenkers: Der Hauseigentümer steht laut Energiewirtschaftgesetz nicht in der Pflicht, einen Smart Meter bei sich einbauen zu lassen. Vielmehr trifft die Verpflichtung zum Einbau den so genannten Messstellenbetreiber. Das ist im Normalfall der örtliche Netzbetreiber. Allein dieser ist seit dem 1. Januar 2010 grundsätzlich verpflichtet, dem Hausbauer beim Neuanschluss seines Hauses an das örtliche Stromnetz eine Messeinrichtung einzubauen, die den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegelt. Was geschieht, wenn der Messstellenbetreiber (örtlicher Netzbetreiber) darauf besteht, einen solchen Zähler einzubauen, der Hauseigentümer sich aber weigert, ist rechtlich nicht eindeutig definiert und wird sich gegebenenfalls erst mittels Gerichtsentscheidungen klären lassen.

„Kann ich mit Smart Meter auch den Stromverbrauch einzelner Geräte oder Räume erkennen? Wenn ja, wie funktioniert das?” (Holger Koschwitz aus Potsdam)

Peter Blenkers: Im Widerspruch zu den Erwartungen, die manche Zähleranbieter und Energieversorger wecken, kann mit den derzeit auf dem Markt befindlichen Smart Metern keine Messung einzelner Geräte vorgenommen werden. Denn die neuen Zähler ersetzen nur die alten – und die messen den Gesamtverbrauch eines Haushalts. Allenfalls kann ausgehend von einem stabilen Energiebezug ein neuer, zusätzlicher Bezug eines einzelnen Gerätes sichtbar gemacht werden. Auch können mit einiger Erfahrung über den Verlauf eines aufgezeichneten Lastgangs Rückschlüsse auf Einsatzzeiten und Verbrauch einzelner Geräte gezogen werden. Dennoch findet derzeit keine Aufzeichnung einzelner Geräteverbräuche statt. Perspektivisch sind aber Lösungen denkbar, die mithilfe von Chips den Verbrauch einzelner Stromkreise oder Geräte aufzeichnen. Die Aufzeichnung einzelner Geräteverbäuche bezieht sich fast ausschließlich auf den Bereich Strom.

Smart Meter für Gas und Smart Meter für Wasser?

„Werden sich Smart Meter auch für Gas und Wasser durchsetzen? Funktionieren sie ähnlich wie smarte Stromzähler?” (Thomas Berger aus Augsburg)

Peter Blenkers: Für Gaszähler gelten zunächst die gleichen gesetzlichen Vorgaben wie für Stromzähler. Die gesetzlichen Anforderungen für Strom- und Gaszähler beschränken sich derzeit aber darauf, dass nicht nur (wie bisher) der Energieverbrauch erfasst werden muss, sondern auch die Nutzungszeit. Dazu bedarf es entweder eines Datenspeichers oder einer Möglichkeit zur Fernauslesung der Daten. Unseres Wissens nach besteht derzeit keine Vorschrift, solche Zähler auch für die Erfassung des Wasserverbrauches einzusetzen. Dennoch geht die technische Entwicklung im Zählerwesen auch ohne eine entsprechende Vorschrift in die Richtung von Mehrsparten-Lösungen, in die dann in Zukunft auch die Erfassung des Wasser- und des Wärmeverbrauchs Eingang finden könnten.

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