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Was tun bei Hitze? Gesund­heitstipps für heiße Tage

Bei Hitze sollten Sie die natürlichen Energien des Körpers sinnvoll einsetzen. Von geeignetem Essen bis zu künst­lichem Wasser­nebel für unterwegs – wir geben Ihnen Tipps, wie Sie selbst bei Rekord­temperaturen einen kühlen Kopf bewahren. Und das Beste: Sie können dabei sogar das Klima schonen!

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • trügerischer Freund bei Hitze: Klima­anlagen sind Strom­fresser und ver­stärken Klima­wandel
  • bei Hitze auf eiskalte Dusche und eis­gekühlte Getränke ver­zichten
  • bei hohen Temperaturen auf kleine Mahl­zeiten setzen
  • Zuhause vor Wärme­einfall schützen: Mit Vorhängen, Jalousie oder Wärme­dämmung

30 Grad im Schatten, in öffentlichen Verkehrs­mitteln und am unklimatisierten Arbeits­platz – da ächzt der Körper und sehnt sich nach Abkühlung und Ent­lastung. Dennoch sollte auf Abkühlung durch die auto­matische Klimaanlage verzichtet werden. Denn: Künstlich herunter gekühlte Luft, möglichst per Gebläse direkt auf den Körper gerichtet, ist eher gesundheits­schädlich als fördernd. Sie fördert Infekte und schwächt das natürliche Immun­system. Abgesehen davon verschlingt der Betrieb einer Klima­anlage viel Energie. Das verursachte CO2 sammelt sich in der Atmosphäre und trägt so zum zusätzlichen Anstieg der globalen Durch­schnitts­temperaturen bei.

Welche Gesundheits­tipps sollten Sie also im Sommer befolgen? Wir empfehlen Ihnen folgende Maßnahmen für den schonenden Umgang mit dem Körper im Hitzestress:

1. Tagesablauf den Temperaturen anpassen!

Auch wenn Sie normaler Weise in der Mittags­pause immer eine Runde joggen gehen: gönnen Sie Ihrem Körper an heißen Tagen eine Pause. Unnötige Bewegung sollte in der Hitze­zeit vom späten Vor­mittag bis zum Abend unbedingt ver­mieden werden. Denn jeder Schritt zuviel fordert dem Körper ein Höchst­maß an (unnötiger) Energie ab, lässt die Kräfte schwinden und belastet Herz und Kreis­lauf.

Besser: Machen Sie’s wie am Mittel­meer! Wann immer möglich, mittags eine bewusste Ruhe­pause im Schatten einlegen, dabei die Beine etwas höher legen und damit die Venen ent­lasten. Auch ein kurzes Nickerchen zwischen­durch wirkt Wunder und erfrischt Körper und Geist für neue Taten.

2. Viel trinken – am besten Selbstgemixtes

(c) Bady qb | Unsplash

Gesundheitstipp: Selbst gemachter Eistee ist ein idealer Durstlöscher an heißen Tagen.

Viel trinken bei Hitze – das ist zwar eine Binsen­weis­heit, aber dieser einfache Hitze-Gesund­heits­tipp ist heut­zutage nicht mehr selbst­ver­ständ­lich. Viele Hitze­geplagte stehen jetzt Schlange in Getränke­märkten, kaufen dort liter­weise süße Limo und schleppen zudem die schweren Kisten hin und her. Was für eine schweiß­treibende, un­gesunde und zudem teure Energie­ver­schwendung!

Unser Gesund­heits­tipp: Brühen Sie zu Hause einen Vorrat an Früchte- oder Pfeffer­minz­tee auf. Füllen Sie ihn in schöne gläserne Karaffen, ein Zweiglein frische Minze, eine Limetten­scheibe oder ein Stückchen Ingwer dazu und abkühlen lassen – fertig ist das leckere, ideal erfrischende und fast kosten­freie Sommer­getränk. Abgeguckt von hitze­erfahrenen, klugen Wüsten­bewohnern…

3. Lauwarme Getränke trinken

(c) Kaizen Nguyễn | Unsplash

Apropos Wüsten­bewohner: Einwohner heißer Länder hüten sich davor, Flüssig­keiten etwa eis­gekühlt zu sich zu nehmen. Es mag noch so lecker und erfrischend scheinen, eine eis­kalte Limo zu trinken, um sich bei großer Hitze abzu­kühlen. Unser Körper sieht das jedoch ganz anders: Er braucht nach jedem Kalt­getränk eine Menge zusätz­liche Energie und muss hart arbeiten, um seine Betriebs­temperatur von ca. 36 Grad nach so einem Kälte­schock wieder zu erreichen.

Daher unser Gesund­heits­tipp bei Hitze: Nehmen Sie Getränke temperiert zu sich. Ideal ist, was sich auf Zunge und Körper lau­warm anfühlt.

4. Kühl duschen

Was für die Getränke wahr ist, gilt auch für eine erfrischende Dusche. Bei heißen Temperaturen lautet die Devise: Kühl ist das neu kalt! Mit etwa lau­warmem Wasser wird der Körper schonend herunter­gekühlt – er dankt es Ihnen, indem er Ihnen einen umso schnelleren Schweiß­ausbruch erspart.

5. „Dusche to go“

Für den Temperatur­­aus­gleich des Körpers ist haupt­­säch­lich die Haut mit ihren Poren und Schweiß­­drüsen zu­ständig. Ihre Aufgabe ist es, als eine Art natürliche Klima­­anlage die lebens­­not­wendige mensch­­liche Betriebs­­temperatur von etwa 36 bis 37 Grad Celsius stabil zu halten. Was können Sie bei Hitze tun, um die natür­liche Klima­­tisierung zu unter­­stützen? Ganz einfach: Fast jeder besitzt oder kennt die kleinen Zer­stäuber zur Befeuchtung von Zimmer­­pflanzen.

Diese können Sie einfach mal zweck­­ent­­fremden: Füllen Sie die Flasche mit frischem Wasser auf und gönnen Sie Ihrem Gesicht, Dekolleté, den Ober­­armen oder Waden zwischen­­durch einen kurzen Sprüh­nebel. Die leichte Feuchtig­keit auf der Haut bewirkt zusammen mit dem kleinsten Luft­­hauch wahre Wunder an Abkühlung. Kein Luft­­hauch da? Hier kommt der klassische Fächer ins Spiel – eine einfachere und effizientere Klima­­anlage für die Hand­­tasche oder den Ruck­­sack gibt es nicht!

Übrigens: Wenn Sie keine Sprühflasche zur Hand haben, erwirken Sie einen ähnlich abkühlenden Effekt mit nassen Tüchern auf Stirn, Waden und Nacken. Und kühle Wadenwickel sind eine gute Möglichkeit, um sich auch im Büro eine schnelle und unauffällige Abkühlung zu verschaffen.

6. Leichtes Essen an heißen Tagen

(c) Jez Timms | Unsplash

Gesundheitstipp: Mediterrane Antipasti wie Oliven und getrocknete Tomaten sind genau das Richtige für heiße Tage.

Jeder Schweiß­aus­bruch trocknet aus – der Körper nutzt das Wasser über die Haut vor­rangig zur Abkühlung, schwemmt dabei zugleich aber wichtige Mineralien mit aus. Die Folge: Man fühlt sich schlapp, nicht leistungs­fähig und aus­gelaugt. Zugleich droht bei Hitze schlicht Appetit­losig­keit.

Die Italiener und Spanier machen es vor: Marinierte Sardellen, getrocknete Tomaten, viel Obst, Gemüse und Salat. Das ist nicht nur lecker, bei Hitze tun Sie Ihrem Körper auch noch was Gutes: Diese Ernährung ist leicht, fettarm und mineral­stoff­reich und hilft dem Körper, sich mit Flüssig­keit, Mineralien und Spuren­elementen zu ver­sorgen – der perfekte Gesund­heits­tipp für den Sommer. Und noch etwas können wir uns von den hitze­erprobten Süd­ländern abschauen: Tags­über, wenn die Sonne am Höchsten steht, gibt es nur kleine Mahl­zeiten. Erst wenn es kühler wird, kommen große Gerichte wie Pizza und Pasta auf den Tisch.

7. Auf die nächste Hitzewelle vorbereiten

Unser Herz-Kreis­lauf-System leistet bei Hitze Schwerst­arbeit – je mehr es an Heraus­forderungen dieser Art gewöhnt ist, desto besser hält der Organismus im Ernst­fall die Balance. Trainieren Sie daher am besten das ganze Jahr: Regel­mäßige, zügige Spazier­gänge von mindestens 30 Minuten oder regel­mäßige Sauna­besuche sorgen zum Beispiel gezielt dafür, dass der Körper in Hitze­zeiten weniger empfind­lich reagiert und hohe Temperaturen grund­sätzlich besser „wegsteckt“.

8. Elektrogeräte ganz ausschalten

Man mit ausgestrecktem Arm und Fernbedienung in der Hand vor Couchtisch mit Broschüren darauf.(c) rawpixel | Unsplash

Achten Sie immer darauf, elektrische Geräte wie Router, Fernseher, Stereo-Anlage und Co ganz aus­zuschalten, wenn Sie das Haus ver­lassen. Auf diese Weise sparen Sie unnötig vergeudeten Strom und vermeiden zudem, dass die Geräte Betriebs­wärme an Ihr Zuhause abgeben. Um nicht jedes Gerät einzeln vom Strom zu trennen, können Sie Geräte­gruppen an schalt­bare Steck­dosen­leisten oder sogenannte Master-Slave-Steck­dosen anschließen. Mit einem Knopf­druck werden damit alle Geräte zu­verlässig vom Strom­netz getrennt.

StromCheck: Stromverbrauch prüfen

Verbrauchen Sie zu viel Strom? Vergleichen Sie Ihren Verbrauch mit dem ähnlicher Haushalte – und erhalten Sie passende Tipps zum Sparen:

9. Wohnräume für Hitzezeiten vorbereiten

Sich bei Hitze richtig zu verhalten reicht auf Dauer allein natür­lich nicht aus – auch die gezielte Anpassung des Lebens­umfeldes spielt eine wichtige Rolle beim Umgang mit hohen Temperaturen. Prognosen zufolge werden Extrem­wetter-Ereignisse, wie besonders hohe und besonders niedrige Temperaturen, in der Zukunft zu­nehmen. Es lohnt sich daher, zu Hause in lang­fristigen Hitze­schutz zu investieren.

Hitze­schutz bei Haus­besitzern

Haus­besitzer sollten dabei besonders auf eine gute und fach­gerechte Dämmung ihres Hauses achten. Dank ihr bleibt die Innen­temperatur im Sommer sowie im Winter weit­gehend stabil. Bei Fenstern und Terrassen­türen mit Süd­aus­richtung sollten Sie zudem spezielle Sonnen­schutz­verglasung in Erwägung ziehen. Sie reflektiert ein­fallendes Sonnen­licht und sorgt dafür, dass sich die Räume weniger auf­heizen.

Hitze­schutz für Mieter

Wenn Sie zur Miete wohnen, gelten einige Ein­schränkungen. Um beispiel­weise ein Sonnen­segel am Balkon oder Außen-Jalousien an den Fenstern anzu­bringen, brauchen Sie die aus­drück­liche Zustimmung Ihres Ver­mieters. Das gilt übrigens auch für die Installation der CO2-Schleuder Klima­anlage, da auch dafür die Fassade beschädigt werden muss. Unkompli­zierter, günstiger und strom­sparender sind hier elektrische Ventilatoren. Egal ob mobiles Stand­gerät oder fest installierter Decken­ventilator: Beides dürfen Sie jederzeit ohne die Zustimmung des Ver­mieters anbringen. Im Vergleich zur Klima­anlage sparen Sie mit einem strom­sparenden Decken­ventilator übrigens rund 65 Euro im Monat für Strom­kosten und ver­meiden rund 120 kg CO2.

(c) David Guenther | Unsplash

Hitzeschutz-Tipp: Fassadengrün

Eine weitere Möglichkeit die Temperaturen im und am Haus zu senken, sind bepflanzte Flächen auf dem Grundstück sowie begrünte Fassaden. Eine grüne Umgebung hat sogar gleich mehrere Vorteile: Die Pflanzen binden Feinstaub und CO2 und verbessern so die Luftqualität. Außerdem verdunsten sie über ihre Blätter Wasser und senken so die Umgebungstemperatur. Bis zu 5 Grad Kühlung sind dadurch drin.

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