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09.09.08

Der Herbst beginnt – Die Heizkostenfrage drängt

Die Energiepreise steigen weiter. Damit rücken die seit langem entwickelten Energiespartechniken in den Fokus: Eine gute Dämmung z. B. ist viel Geld wert.

Für die Berechnung der Wirtschaftlichkeit in ihren Studien ließ die Enquete-Kommission „Schutz der Erdatmosphäre“ 1992 einen Energiepreis von umgerechnet 65 Cent pro Liter Heizöl zu. 16 Jahre später liegt der Ölpreis bei 80 bis 88 Cent pro Liter und das Gas holt gerade gewaltig auf.

Damit entstehen für die Haushalte hohe Heizkosten: Für eine 100 m² - Wohnung rund 1.600 EUR, für ein Einfamilienhaus mit 150 m² ca. 2.400 EUR im Jahr, beim heutigen Verbrauchsdurchschnitt von 20 Litern Heizöl pro m² und Jahr. Denkt man diese Entwicklung mit 5 % Energiepreissteigerung in die Zukunft, dann zahlt ein Mieter oder Hauseigentümer in den nächsten 25 Jahren 80.000 bis 120.000 EUR für die Heizung.

Allein den Energieträger zu wechseln, enthält Risiken: Heute noch billigere Heizenergien (Kohle, Holz) werden auch teurer, wenn alle umsteigen. Auch muss für den Umstieg erst einmal kräftig investiert werden. Für ein EFH kostet eine Pelletkesselanlage ca. 8.000 EUR mehr oder eine Elektrowärmepumpe rund 17.000 EUR mehr als eine Heizungssanierung ohne Wechsel. Vor allem bleibt der Energiehunger des Hauses ungeschmälert und die Preisempfindlichkeit erhalten.

Wo die Probleme wachsen, da wächst das Rettende auch: Technisch sind heute, nach 20 Jahren Erprobung, die Lösungen klar: Funktioniert haben das Konzept des Niedrigenergiehauses und das weitergehende Passivhauskonzept. Ihr Grundprinzip ist die Vermeidung von Energieverbrauch durch exzellenten Wärmeschutz aller Außenbauteile. Der Rest von 15 kWh pro m² Wohnfläche und Jahr kann dann „alternativ“ versorgt werden. Auch das „Solarhaus“ funktioniert auf Basis eines guten Wärmeschutzes, der Heizenergierest um 50 kWh pro m² und Jahr wird durch 30 m² Sonnenkollektoren und einen 6 m³-Speichertank gedeckt. Im Gebäudebestand haben die Wohnungsbaugesellschaften ab 1980 gezeigt, dass Wärmedämmung den Heizenergieverbrauch von Altbauten mindestens halbieren kann; die heutigen KfW-Förderkredite knüpfen an diese Erfolge an.

Aus der Heizkostenfalle kommen wir nur heraus, wenn unsere Gebäude ihren Energiehunger verlieren. Aus heute noch 20 Litern Heizöl pro m² und Jahr, müssen 2-5 Liter pro m² und Jahr werden, egal ob Alt- oder Neubau.
Energieeinsparung ist der Schlüssel für eine regenerative Zukunft im Gebäudesektor: Erst Energiesparhäuser ermöglichen die erneuerbaren Energien mit einem hohen Deckungsanteil für die Gebäudeheizung zu nutzen. Genau so zeigt es die „Leitstudie“ des Deutschen Zentrums für Luft- und Raum-fahrt für das BMU. Und wer nur noch 200 EUR Jahresheizkosten zahlt, der muss vor weiteren Energiepreissteigerungen kaum Angst haben.

Würde künftig jede Instandsetzungsmaßnahme am Gebäude mit einer Energiesparmassnahme verknüpft, könnte der Heizenergieverbrauch in Deutschland mehr als halbiert werden. So würden alle Altbauten schrittweise über 30-50 Jahre zu Energiesparhäusern und unsere Neubauten öffneten sich der Sonne. Das nutzt auch dem einzelnen Hauseigentümer: Energiespar-Investitionen bezahlen sich selbst aus den ersparten Heizkosten. Sie sind eine hochprofitable Angelegenheit, zudem noch steuerfrei und ein Leben lang wirksam.

Welche Energiesparpotenziale zu welchen Konditionen  in Ihrem Haus stecken, können Sie in wenigen Minuten mit dem Modernisierungsratgeber testen.

Für das Team von co2online grüßt Sie Ihr

Werner Eicke-Hennig

 

 

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