Heizungsumwälzpumpen: Versteckter Antrieb unseres Alltags - mit großem Einsparpotenzial

Heizungspumpen sind für unseren alltäglichen Komfort von zentraler Bedeutung. Ihren Dienst leisten sie meist unbeachtet im Keller. Was viele nicht wissen: Jede zweite Heizungspumpe ist ein Stromfresser.

Heizungspumpen gelten als Herz der Heizung. Sie halten das Heizsystem in Gang. Ohne sie wäre eine Wohnung im Winter kalt, trotz funktionierendem Heizkessel. Solange die Heizung für Wärme im Haus sorgt, so lange drückt sie das warme Wasser zu den Heizkörpern. Etwa 6.000 Betriebsstunden kommen so pro Heizperiode zusammen. 25 Millionen dieser Dauerläufer sind in Deutschlands Heizungskellern im Einsatz. Mehr als 80 Prozent der Heizungsumwälzpumpen sind allerdings veraltet oder nicht regelbar und gehören deshalb in die Kategorie „Stromfresser“. Diese Modelle arbeiten stets mit der gleichen Drehzahl und können sich nicht dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Auch bei geschlossenen Thermostatventilen laufen sie auf vollen Touren. Ein weiterer Nachteil: Wenn die Heizanlagenregelung nicht auf den Sommerbetrieb umgestellt ist, sind sie sogar im Sommer aktiv. Gegenüber einer modernen Hocheffizienzpumpe verbrauchen sie so oft 80 Prozent mehr Strom.

Stromsparer sollten Heizungspumpe ins Visier nehmen

Eine intelligente Alternative bilden hocheffiziente Heizungspumpen, Sie sind seit 2006 auf dem Markt. Ihr Vorteil: Sie arbeiten mit moderner Elektronik, optimierter Motorentechnik und laufen nur mit vollem Einsatz, wenn dieser auch wirklich benötigt wird. Wird eine verschwenderische Altpumpe durch eine solche moderne Umwälzpumpe ersetzt, spart das etwa 80 Prozent der Stromkosten. In einem Einfamilienhaus entspricht das  – je nach Größe der Heizung und der alten Pumpe – einer Ersparnis von 100 bis 150 Euro. Zum Vergleich: Der Stromverbrauch Ihres Fernsehers und Ihrer Waschmaschine liegt zusammen bei etwa 100 Euro im Jahr.

Pumpentausch rechnet sich bereits nach drei bis fünf Jahren

Wer nach Stromsparquellen sucht, kommt deshalb um einen Pumpentausch nicht herum. Die Pumpe mausert sich dann schnell vom Stromfresser Nummer eins zum Energiesparer. Bei Investitionskosten von 350 bis 400 Euro machen sich Kauf und Einbau einer Hocheffizienzpumpe im Schnitt bereits nach drei bis fünf Jahren bezahlt. Durch die Nutzung von Fördermitteln für den Austausch der Heizungspumpe sinken die Investitionskosten zusätzlich. Energiebewusste Hauseigentümer sollten deshalb mit dem Einbau einer neuen Pumpe nicht bis zum Lebensende der alten Technik warten.

Käufer eines neuen Heizkessels sollten sich beim Kauf für einen Kessel mit Hocheffizienzpumpe entscheiden. Denn mit dem Heizkessel entscheiden Sie auch über den künftigen Stromverbrauch der Anlage. Vor allem in modernen Gasthermen ist die Heizungsumwälzpumpe Bestandteil des Kessels und unter dem Gehäuse verborgen.

Neue Regelungen für Heizungspumpen seit 2013: Ökodesign-EuR/ErP-Richtline

Seit 1. Januar 2013 ist die Zeit der verschwenderischen Pumpen-Oldtimer vorbei. Die Ökodesign-Richtlinie des Europäischen Parlaments stellt nun höhere Anforderungen an die Energieeffizienz von Umwälzpumpen. Wenn die alte Heizungspumpe kaputt ist, muss diese durch eine sparsame Hocheffizienzpumpe ersetzt werden. Rund 90 Prozent der bis 2012 erhältlichen Pumpen dürfen nun nicht mehr von der Industrie in den Verkauf gebracht werden. Neu ist auch, dass das Energie-Label „A“ bis „G“ durch einen Energie-Effizienz-Index (EEI) ersetzt wurde. So gilt der EEI nun als zentrale Orientierungsgröße für den Stromverbrauch einer Pumpe und darf maximal 0,27 betragen. Außerdem lassen sich durch den EEI innerhalb der Gruppe der Hocheffizienzpumpen besonders energieeffiziente Modelle (EEI kleiner gleich 0,20) erkennen. Der EEI muss auf der Verpackung, auf dem Typenschild und in der technischen Beschreibung der Pumpe vermerkt sein.

Heizungspumpen in Einfamilienhäuser: Das müssen Sie wissen

Dabei geben wir Verbrauchern einen Überblick über die gebräuchlichsten Heizungspumpen-Modelle und zeigen Ihnen, wie Sie teuren Pumpen-Oldies auf die Schliche kommen. Zusätzlich informieren wir darüber, was Hausbesitzer über die Neuregelung der Ökodesign-Richtline der EU wissen sollten und was sie beim Kauf einer Pumpe beachten müssen. Ein hydraulischer Abgleich ist nicht nur Voraussetzung, um sich einen Pumpentausch fördern zu lassen -  er spart zudem mittelfristig Strom ein. Was ein hydraulischer Abgleich ist und welche Fördermöglichkeiten existieren, erfahren Sie ebenfalls in diesem Dossier.

Heizungsumwälzpumpen in Schulen, Büros, Hotels und Co.

Mit dem PumpenCheck können Verbraucher schon seit 2006 für Einfamilienhäuser und kleinere Mehrfamilienhäuser überprüfen, ob ihre Heizungspumpe überdimensioniert oder veraltet ist. Aufgrund der immensen Einsparpotenziale bei Pumpen in so genannten Nichtwohngebäuden trifft der PumpenCheck auch Aussagen für diese Gebäudetypen.

Zu diesen Gebäuden gehören beispielsweise größere Mehrfamilienhäuser mit 500 bis 2.000 Quadratmetern Nutzfläche – von denen es in Deutschland über drei Millionen gibt. Auch bei den 11.000 Hotels, den rund 25.000 Bürogebäuden, 18.000 Schulen und etwa 150.000 kommunalen Verwaltungsgebäuden sind die Stromsparpotenziale enorm. Der PumpenCheck berücksichtigt generell Gebäude mit bis zu 2.000 Quadratmetern Nutzfläche und kontrolliert die Effizienz der Heizungspumpe anhand von Daten zu Gebäude, Pumpe und Heizung. So bekommen auch Eigentümer und Verwalter dieser Gebäudetypen eine schnelle und individuelle Beratung, ob ein Pumpentausch für ihr Objekt wirtschaftlich und ökologisch empfehlenswert ist. Welche Fördermöglichkeiten es für einen Pumpentausch in Wohn- und Nichtwohngebäuden es gibt, erklärt der Beitrag zu Förderungen

Autor: Sebastian Lambeck

weiter