Lob und Kritik zum neuen Energielabel für Heizungsanlagen

Das neue Label zur Darstellung der Energieeffizienz von Heizkesseln wird vielseitig diskutiert. Im Folgenden stellen wir Ihnen die wichtigsten Stärken und Schwächen des Heizungslabels vor.

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Vorteile des Energieeffizienzlabels

Ziel des Energielabels für Heizungsanlagen ist es, Ihnen als Verbraucher zu helfen, die Energieeffizienz von verschiedenen Heizgeräten auf einen Blick vergleichen zu können, um sich so beim Kauf einer neuen Heizanlage für ein energieeffizientes Gerät entscheiden zu können. Hersteller und Händler sollen dadurch motiviert werden, energieeffizientere Technik für neue Heizungen bereitzustellen. Und tatsächlich ist durch die verbindliche Kennzeichnungspflicht der Energieeffizienz von Heiztechnik für Sie als Käufer schon auf den ersten Blick deutlich mehr als der bloße Preis eines neuen Heizkessels ersichtlich.

Ob Gas-Brennwertkessel, Photovoltaik oder Blockheizkraftwerk: Durch das Label können verschiedene Heizsysteme bezüglich ihrer Klima-Wirkung transparent verglichen werden und auch Aspekte wie die zu erwartende Geräuschbelastung durch eine Heizung können direkt erwogen werden. Grundsätzlich wird das Bewusstsein dafür, dass unterschiedliche Heizungstypen sich bezüglich ihrer Energieeffizienz und ihrer Schadstoffbelastung stark unterscheiden, wachsen. Die Ökodesign-Richtlinie wird außerdem dafür Sorge tragen, dass sich Hersteller stärker auf die Entwicklung energieeffizienter und CO2-schonender Heiztechnik verlegen werden und umweltschädliche Geräte vom Markt verschwinden.

Hans Weinreuter, Energie-Referent von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, äußert sich bei co2online zum Heizungslabel.

Hans Weinreuter, Referent Energie, Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, über das Energieeffizienzlabel für Heizungen.

Kritik am Energielabel

Das neue Energielabel für Heizungen wird jedoch nicht ausschließlich positiv gewertet. Vor allem, dass die Bewertung der Energieeffizienz durch das Label in keinem Zusammenhang mit den für den Haushalt tatsächlich aus dem Heizsystem resultierenden Energiekosten steht, wird häufig kritisiert: „Aufgrund der unterschiedlichen Preise für Öl, Gas, Holz oder Strom bietet das Energielabel keine Information über die zu erwartenden Betriebskosten der Heizung. Teure elektrische Direktheizungen oder Nachtspeicherheizungen erhalten zudem leider gar kein Energielabel“, so Hans Weinreuter, Energie-Referent von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Eine Heizanlage mit sehr guter Bewertung auf der Energieeffizienzskala kann also beispielsweise durch die Nutzung eines teureren Energieträgers mehr Kosten verursachen als eine weniger energieeffizient arbeitende Heizung.

Außerdem muss eine Heizung immer als Gesamtsystem aus verschiedenen Wohnkomponenten betrachtet werden. Dazu Weinreuter: „Mit dem Energielabel wird beispielsweise nicht bewertet, ob ein Heizkessel zum Gebäude passt und ob die Leistung des Kessels sinnvoll gewählt ist. Ein Brennwertkessel mit einer ergänzenden Solaranlage kann auf dem Energielabel mit A+ bewertet werden, ohne dass die Dachfläche des Hauses dafür geeignet ist.“ Denn ob eine Heizung effektiv arbeitet und welche Kosten am Ende auf Sie zukommen, hängt auch davon ab, ob die Anlage entsprechend Ihrer individuellen Bedürfnisse und der Ihrer Wohngegebenheiten geplant wurde.

Auch Faktoren wie die energetische Dämmung von Haus und Heizanlage, die Einstellung der Heizung im Bezug zum Verbrauch und ob die Heizanlage beispielsweise durch einen hydraulischen Abgleich regelmäßig optimiert wird, haben einen großen Einfluss auf den tatsächlichen Wirkungsgrad Ihrer Heizung und damit auf die laufenden Energiekosten. Wie Sie Energiekosten durch die Optimierung Ihrer Heizung sparen können und worauf Sie dabei achten müssen, haben wir in unserem Dossier zu Heizenergie sparen zusammengetragen.

Fazit

Das Heizungslabel ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Energieeffizienz auf dem Heizungsmarkt. Sollten Sie jedoch konkret auf der Suche nach der effizientesten und kostensparendsten Heizanlage für Ihre individuelle Wohnsituation sein, sollten Sie dennoch unbedingt eine umfassende Beratung durch einen Energieberater oder Fachhandwerker in Anspruch nehmen. Nur so ist gewährleistet, dass Ihre Heizanlage praktisch tatsächlich energieeffizient arbeitet und nicht unnötig CO2 und Heizkosten verursacht.

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