Matthias Kraft (43), Sozialpädagoge und Musiktherapeut aus Hessen

  • Einfamilien-Reihenhaus, Baujahr 1928, 120 qm Wohnfläche
  • Dämmmaßnahme: Fassade (Nord- und Südseite), Fensterdichtungen, neue Haustür
  • Material: Styropor, 12 bzw. 16 cm EPS-Dämmplatten STO top 32
  • Einsparung: rund 3.300 kWh (22%) weniger Energieverbrauch

Warum ich auch anderen eine Wärmedämmung empfehle… 

„Seit wir gedämmt haben, ist das Raumklima im Haus viel angenehmer und behaglicher. Im Sommer heizen sich die Räume nicht so auf; im Winter kühlen sie nachts nicht aus. Ich merke das besonders, wenn es draußen kalt ist, und ich vor dem Zubettgehen noch einmal in die Kinderzimmer schaue. Früher hatte ich oft das Gefühl, ich müsste die Heizung über Nacht ein bisschen anlassen – weil es kalt von der Wand strahlte und die Betten direkt daneben stehen. Jetzt ist in den Zimmern auch nachts noch eine angenehme Temperatur, obwohl die Heizung schon längst aus ist. Diesen Effekt finde ich klasse. Außerdem konnten wir die Vorlauftemperatur unserer Heizung auf ca. 40 Grad Celsius senken, sodass unsere Kinder die Heizung anfassen können, ohne sich zu verbrennen.“

Meine Dämmmaßnahmen

„Wir wohnen in einem Einfamilien-Reihenhaus, das heißt, es gibt nur zwei Außenwände. Die Siedlung wurde 1928 vom „Bauhausarchitekten“ Ernst May gebaut – mit zwei 11er Wänden und etwas Luft dazwischen. Das war damals der Top-Öko-Standard. 2012 haben wir zuerst die Nordfassade des Hauses dämmen lassen. Dort wurden 12 cm dicke Styropor-Platten verwendet. Ein Jahr später wurden 16 cm starke Platten auf der Südseite angebracht. Außerdem haben wir jetzt noch die Fensterdichtungen wechseln lassen. Drei Scheiben wurden in den bestehenden Fenstern getauscht und eine neue Haustür eingebaut.“

Meine Kosten-Nutzen-Rechnung

„Die Fassade zur Straße war in den 80er Jahren lindgrün gestrichen worden. Außerdem war sie  teilweise  rissig – wir mussten so oder so etwas unternehmen. Also hab ich gedacht, wir könnten gleich eine Dämmung mitmachen. Den ersten Teil der Fassadendämmung habe ich noch ohne Energieberatung vornehmen lassen. Für die zweite Seite des Hauses habe ich, um einen KfW-Antrag stellen zu können, eine Energieberaterin zu Rate gezogen. Dabei lief leider nicht alles glatt. Insgesamt haben unsere Maßnahmen fast 20.000 Euro gekostet. Als Zuschuss von der KfW gab es nur rund 500 Euro – weil der Antrag nur für eine Seite der Dämmmaßnahme gestellt wurde. Mit anderen Worten: Rein finanziell wird sich die Investition niemals rechnen. Aber durch das deutlich bessere Raumklima hat sich die Aktion für uns sehr bezahlt gemacht.“

Meine Tipps: Darauf sollten Verbraucher beim Dämmen achten

„Ich finde eine gute Energieberatung extrem wichtig. Damit kann man ein Dämmkonzept aufstellen und die Sache in Ruhe angehen. Und man sollte nicht vergessen, vor Beginn der Bauarbeiten einen Antrag bei der KfW zu stellen. Ich hatte ja am Anfang keine Ahnung vom Dämmen. Ich hab einfach einen Handwerker gefragt, den ich um zwei Ecken kannte – und der hat die erste Hausseite gedämmt. Er empfahl mir, 10 cm dick zu dämmen, obwohl ich eigentlich 16 cm wollte. Am Ende konnte ich ihn auf 12 cm „hochhandeln“. Erst während der Arbeiten hat mir der Handwerker von den Fördermöglichkeiten erzählt, und ich habe eine Energieberatung in Anspruch genommen. Das würde ich jetzt natürlich als Erstes machen. Was außerdem eine wirkungsvolle Maßnahme ist, ist die Dämmung auch unter der Erdoberfläche nach unten weiterzuführen. Das werde ich bei Gelegenheit noch machen. Und: Wenn die Holz-Fenster – wie in unserm Fall – noch in einem guten Zustand sind, kann es sich lohnen, nur die Glasscheiben oder sogar nur die Dichtungen zu tauschen. Das ist nicht nur ein guter Schallschutz, sondern war für uns auch eine kostengünstige und wirkungsvolle Sache.“

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