Familie Ronneburger aus Sachsen

  • Einfamilienhaus, Baujahr 1936, 130 qm Wohnfläche
  • Dämmmaßnahme: Außenfassade, Türen und Fenster, Kellerdecke, oberste Geschossdecke, 2012 bis 2013
  • Material: Steinwolle, in Spritzwasserzonen Polystyrol
  • Einsparung: rund 1.000 Euro pro Jahr

Warum wir auch anderen eine Wärmedämmung empfehlen… 

Wärmedämmung ist aus unserer Sicht vor allem eine Investition in die Erhöhung des Wohnstandards. Mit deutlich weniger Energieeinsatz haben wir jetzt ein konstantes Raumklima. Vor der Sanierung mussten wir durchgängig heizen – sonst wäre das komplette Haus im Winter in rund zwei Stunden völlig ausgekühlt. Mit kleinen Kindern ist das gerade nachts ein Problem. In dem ungedämmten Haus hatten wir im Winter 10 bis 11 Grad in den kalten Hausaußenecken. Jetzt sind es 18 bis 19 Grad. Und auch wenn wir im Wohnzimmer sitzen, ist es viel gemütlicher und behaglicher. Die Wände strahlen nicht mehr kalt ab. Das Haus reagiert kaum noch auf äußere Einwirkungen und dämpft damit Temperaturamplituden im Sommer wie im Winter. Probleme mit Kondenswasser oder Schimmel an kalten Wänden gehören der Vergangenheit an.“

Unsere Dämmmaßnahmen

„Unser Haus wurde 1936 gebaut. Es hat 30er Wände aus Hohllochziegeln. Aufgrund der Bauzeit vor mehr als 70 Jahren sind konstruktiv zahlreiche Wärmebrücken vorhanden. Alles in allem hatte das Haus keine guten energetischen Werte. Bedingt durch zahlreiche Änderungen und Anbauten am Haus war ein Bauantrag nötig. Deshalb mussten wir die komplette energetische Hülle dämmen. Motiviert durch die günstigen Zinsprogramme und nach Ermittlung der nur geringfügigen Zusatzkosten war unser Ziel nicht nur die gesetzlich geforderte Einhaltung der EnEV sondern das KfW-Effizienzhaus 55.

Angefangen haben wir mit den Türen und Fenstern. Wir haben Fenster mit einer Dreifachverglasung und einem U-Wert unter 0,8 W/m²*K verbaut. Die Kellerdecke wurde mit 14 Zentimeter Styropor-Platten unter dem schwimmenden Estrich gedämmt. Die oberste Geschossdecke haben wir von der Schlackeschüttung und dem Fehlboden befreit und zwischen den Sparren mit 22 Zentimeter Steinwolle gedämmt. Als Letztes wurde an der Außenfassade ein Wärmedämmverbundsystem mit 20 Zentimeter dicken Platten aus Steinwolle angebracht. So eine Sanierung muss natürlich gut geplant sein. Wir hatten eine befreundete Architektin sowie einen Freund als Energieberater und Planer für die technische Gebäudeausrüstung, die uns dabei geholfen haben auch Einzelheiten vorher zu durchdenken.“

Unsere Kosten-Nutzen-Rechnung

„Ich bin gelernter Maurer und habe anschließend Bauingenieur studiert. Deshalb konnten wir viele Maßnahmen mit Hilfe unserer Familie und Freunden in Eigenleistung durchführen. Sonst hätten wir das finanziell nicht stemmen können. Sanitär, Fenster und Außendämmung haben wir an Firmen vergeben. Die Fassadendämmung hat etwa 28.000 Euro gekostet.  Die neuen Fenster lagen bei rund 35.000 Euro. Auch deshalb, weil wir die Fensterfläche im Vergleich zu vorher etwa verdreifacht haben. Die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschossdecke waren im Vergleich dagegen Peanuts – da hatten wir durch Eigenleistung nur Materialkosten von ca. 2.000 Euro.

Gefördert wurde die Sanierung über günstige Kredite. Wir konnten Darlehensverträge der Sächsischen Aufbaubank und der KfW kombinieren. Jetzt haben wir einen Mischzins von unter zwei Prozent. Das ist unschlagbar, wie wir finden. Vor der Sanierung haben wir etwa 30.000 bis 35.000 Kilowattstunden Heizenergie pro Jahr gebraucht. Letztes Jahr waren es dann 6.000 Kilowattstunden. Das kommt natürlich darauf an, wie der Winter ausfällt. Wir vermuten, dass sich die Einsparung auf ca. 1.000 Euro pro Jahr einpegeln wird. Das liegt nicht allein an der Dämmung, sondern auch daran, dass wir eine moderne Heizanlage mit Sole-Wärmepumpe eingebaut haben.

Trotzdem: Rein wirtschaftlich betrachtet wird sich die Dämmmaßnahme nicht amortisieren. Wir sehen daher eher den Aspekt der erhöhten Wohnqualität im Mittelpunkt.“

Unsere Tipps: Darauf sollten Verbraucher beim Dämmen achten

„Man sollte die Maßnahme im Vorfeld intensiv planen und dabei genügend Vorlauf haben. Die meisten Bauherren lassen sich von Unternehmen beraten. Da kommt aber immer ein völlig unterschiedliches Ergebnis raus – je nachdem, worauf die jeweilige Firma spezialisiert ist beziehungsweise womit sie den größten Gewinn erzielen kann. Deshalb sollte man als Bauherr am Anfang zunächst Geld für eine unabhängige Beratung und gute Planung in die Hand nehmen. Sonst zahlt man während der Sanierung doppelt und dreifach drauf.

Zum anderen sollte man sich bei den größeren Posten von mindestens fünf verschiedenen Firmen ein Angebot machen lassen. Dabei sollten mindestens drei verwertbare Angebote dabei sein. Bei uns gab es in jedem Gewerk, trotz eindeutiger Leistungsbeschreibung, Angebotsunterschiede von fast 100 Prozent.“

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