Dämmung: Vergleich

Bei schlecht oder nicht gedämmten Häusern geht ein Großteil der Heizwärme ungenutzt verloren. Eine gute und sinnvolle Dämmung hingegen spart Energie und vor allem Geld. Doch welche Dämmung ist die richtige? Einen Vergleich verschiedener Dämmungen, der jeweiligen Kosten und Einsparmöglichkeiten bekommen Sie hier.

Hohlraum in oberster Geschossdecke(c) IpeG-Institut

Oberste Geschossdecke: Hohlräume sollten bei einer Dämmung ausgeblasen werden.

Wo sollten Hausbesitzer am besten anfangen, zu dämmen? Soll die Dämmung innen oder außen angebracht werden? Die größtmöglichen Energieeinsparungen erzielt man natürlich, wenn man die komplette Gebäudehülle dämmt – d. h. Dach und/oder oberste Geschossdecke, Kellerdecke und ggf. auch die Außenfassade. Doch auch mit günstigeren Einzelmaßnahmen erreicht man eine Menge. Vorab sollten Sie gezielt nach Schwachstellen suchen, über die Wärme entweicht. Dabei hilft ein Energieberater oder eine spezielle Wärmebildkamera. Im Online-Branchenbuch Rat und Tat finden Sie einen geeigneten Fachmann in Ihrer Umgebung. Grundsätzlich gilt: Eine Dämmung rentiert sich insbesondere dann, wenn ohnehin Sanierungsmaßnahmen an Ihrem Gebäude anstehen.

Gefach im Dach(c) IpeG-Institut

Dach: Für das Gefach empfiehlt sich eine Zwischensparrendämmung.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: die Dachdämmung oder die Dämmung der obersten Geschossdecke. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist die rentabelste Wärmeschutzmaßnahme überhaupt. Sie ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn man das Dachgeschoss nicht nutzt und es nicht ausgebaut ist. Dies ist bei Mehrfamilienhäusern oder bei alten Ein- bis Zweifamilienhäusern häufiger der Fall. Wird das Dachgeschoss allerdings ausgebaut und als Wohnraum genutzt, sollte das Dach gedämmt werden.

Dämmung im Vergleich

Setzen wir die verschiedenen Arten der Dämmung in Vergleich: Die Gesamtkosten einer Dachdämmung) liegen bei etwa 120 – 200 Euro pro Quadratmeter. Bei der Dämmung der oberen Geschossdecke variieren die Kosten je nach Maßnahme, sie sind jedoch in jedem Fall günstiger.
Details lesen Sie im Artikel Wärmedämmung – Kosten im Überblick.

Keller bzw. Kellerdecke – wärmstens zu empfehlen

In einem weiteren Schritt kann man die Kellerdecke bzw. den Kellerboden dämmen. Vor allem im Winter entstehen bei einem ungedämmten Keller Wärmeverluste und die Kälte kann aus dem Boden nach oben steigen. Das bedeutet einen durchschnittlichen Heizenergieverlust von fünf bis zehn Prozent.

Kellerdecke mit Rohren(c) IpeG-Institut

Kellerdecke: Leitungen und Rohre müssen bei der Dämmung mitberücksichtigt werden.

Wo genau dort gedämmt werden soll, hängt davon ab, wie man den Keller nutzen will: Soll er beheizt und als Wohnraum genutzt werden, empfiehlt sich die Dämmung von Wänden und Boden. Soll er unbeheizt bleiben, sollte man die Kellerdecke dämmen.

Anhand eines Musterhauses konnte die Deutsche Energie-Agentur (dena) zeigen, dass eine entsprechende Dämmung die Wärmeenergieverluste ins Erdreich um mehr als die Hälfte reduziert. So kann der Hausbesitzer zirka fünf Prozent seiner Heizkosten einsparen. Die Kosten für eine Kellerdeckendämmung belaufen sich auf zirka 18 bis 30 Euro pro Quadratmeter.

Fassade – teuer, kann sich aber lohnen

Neben dem Dach und den Fenstern entweicht bei Altbauten die größte Wärmemenge über die Außenwände – bis zu 25 Prozent Energie gehen darüber verloren. Ihr technisches Energieeinsparpotenzial liegt bei 10 bis 20 Prozent. Eine Fassadendämmung kann daher eine effektive Maßnahmen sein, bei der man mit 90 bis 120 Euro pro Quadratmeter (bei einem Wärmedämmverbundsystem) rechnen muss.

Dämmung – innen oder außen?

Doch welche Dämmung ist besser – innen oder außen? Grundsätzlich gilt: Mit Ausnahme von denkmalgeschützten Gebäuden ist die Fassadendämmung der Innendämmung immer vorzuziehen. Ein günstiger Zeitpunkt für eine Dämmung der Außenwände ist, wenn ohnehin Fassadenarbeiten anstehen, wie z. B. Putzausbesserungen, der Einbau neuer Fenster oder ein Neuanstrich.

Innenwände – bei Denkmalschutz oder als letzter Ausweg

Wenn eine außenseitige Dämmung nicht möglich ist, kann die Innendämmung eine sinnvolle Alternative sein: beispielsweise wegen fehlender Grenzabstände zu umliegenden Häusern oder bei Fachwerk- und denkmalgeschützten Fassaden. Mit 30 – 32 Euro pro Quadratmeter ist sie auch deutlich günstiger als eine Fassadendämmung. Die früher sehr verrufene Technik hat große Fortschritte gemacht und durch Wärmebrücken verursachter Schimmel und Tauwasser treten immer seltener auf.

Daemmung ueber Rolladenkasten(c) IpeG-Institut

Dämmung des Rolladenkastens.

Dennoch ist eine Innendämmung eine bauphysikalische Herausforderung und sollte daher nur von einem Fachmann vorgenommen werden. Denn die Gefahr, dass sich bei einer unsachgemäßen Innendämmung Feuchtigkeit bildet, besteht nach wie vor.

Eine Innendämmung ist grundsätzlich eher problematisch, da sie den Wohnraum verkleinert – auf zehn Quadratmeter geht durchschnittlich ein Quadratmeter verloren – und auch eine Einschränkung während der Bauphase für die Bewohner darstellt.

Für welche Dämmung Sie sich auch entscheiden: Der Heizenergiebedarf Ihres Hauses wird sinken. Dies ist der richtige Zeitpunkt, um die Wärmeverteilung in Ihren vier Wänden durch einen hydraulischen Abgleich der Heizungsanlage zu optimieren. Mehr dazu finden Sie im Dossier Hydraulischer Abgleich.

Ganzheitlich denken, individuell entscheiden

Kein Gebäude gleicht dem anderen – jedes Dach, jeder Keller, jede Wand sollte daher gesondert betrachtet werden. Welche Dämmmaßnahme letztendlich für Ihr Haus die höchsten Energiesparpotenziale birgt, finden Sie am besten im individuellen Gespräch mit einem Energieberater heraus. Einen geeigneten Experten in Ihrer Nähe finden Sie im Online-Branchenbuch Rat und Tat. Informationen über die jeweils geeigneten Dämmstoffe bietet auch das Fachbuch Wärmedämmung der Verbraucherzentrale NRW.

Ganz gleich, ob Sie Energiesparmaßnahmen Schritt für Schritt oder im Paket umsetzen (lassen) – es muss immer darauf geachtet werden, dass spätere Maßnahmen ohne Probleme durchgeführt werden können. Durch ein Vorziehen bestimmter Maßnahmen können sich zudem Kostenvorteile ergeben.

Die Wirtschaftlichkeit Ihrer Dämmmaßnahme können Sie mit dem ModernisierungsCheck berechnen. Der Ratgeber gibt Ihnen zudem Auskunft über die voraussichtliche Emissionsminderung und die Amortisationsdauer der geplanten Maßnahme. Geeignete Fördermittel finden Sie mit dem FördermittelCheck.

Autorin: Karin Adolph

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Dach bzw. oberste Geschossdecke – einfach und günstig

Wärme steigt nach oben – gut gedämmte Dächer sparen deshalb jede Menge Heizenergie: 15 bis 20 Prozent der Heizenergie gehen durch ein schlecht gedämmtes Dach bzw. durch eine unzureichend gedämmte oberste Geschossdecke verloren. Für das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung ermittelte co2online z. B. ein technisches Einsparpotenzial von 10 bis 14 Prozent Heizenergie und folglich der Heizkosten für ein Einfamilienhaus mit einem Baujahr vor 1978. Ein günstiger Zeitpunkt ist ein geplanter Dachausbau oder eine Erneuerung der Dacheindeckung. Vorteil: Den Dachboden können Heimwerker meist selbst dämmen.

Dach oder oberste Geschossdecke dämmen?