Alexander Ihler (39), Betriebsmittelkonstrukteur, Baden-Württemberg

  • Zweifamilienhaus, Baujahr 1909, ca. 240 qm Wohnfläche
  • Dämmmaßnahmen: Fassade, Dach, Kellerdecke, Fenster
  • Material: Styropor, Mineralfaser
  • Einsparung: ca. 1.300 Euro pro Jahr

Warum ich auch anderen eine Wärmedämmung empfehle… 

„Ich hab die Dämmung des Hauses bis jetzt ganz und gar nicht bereut, auch wenn ich erstmal viel investieren musste. Ich verbrauche deutlich weniger Energie als vorher und habe auf lange Zeit einen Kostenvorteil. Außerdem wird es jetzt Im Winter viel schneller warm. Ich bin jemand, der es im Wohnzimmer gern richtig warm hat; meistens sind da so 22 bis 23 Grad. Das schafft die Heizung jetzt in ein paar Minuten. Und es kühlt über Nacht einfach nicht so aus. Wenn ich es abends warm hatte und am nächsten Morgen aufstehe, ist es immer noch angenehm. Was mich überrascht hat, war auch die Verbesserung im Sommer. Da bleibt es durch die Dämmung schön kühl im Haus.“

Meine Dämmmaßnahmen

„Bei mir ging es um eine Komplettsanierung des Hauses: mit neuer Heizung, Fenstertausch und allem was dazugehört. Dabei haben wir nach dem Standard eines KfW-Effizienzhauses 85 saniert. Die Dämmmaßnahmen am Haus haben sich über zwei Jahre gezogen, von Juli 2012 bis Mai 2013. Zuerst wurde an der Außenfassade mit einem Wärmedämmverbundsystem begonnen. Dort haben wir Styropor in unterschiedlichen Stärken angebracht: 10, 16 und 20 Zentimeter. So konnten die Absätze ausgeglichen werden, die es früher in der Fassade gab. Wo die Dämmschicht dünner war, wurden Platten mit einer besseren Isolierfähigkeit verwendet – sodass am Ende eine gleichwertige Fassadengestaltung entstanden ist. Noch während das Gerüst am Haus stand, haben wir zwischen den Dachsparren eine Mineralfaserdämmung angebracht; die wurde außerdem ein bisschen aufgedickt, sodass wir eine Dämmstärke von 20 Zentimetern erreicht haben. Außerdem hab ich noch die Kellerdecke mit zehn Zentimeter dicken Styropor-Platten gedämmt.“

Meine Kosten-Nutzen-Rechnung

„Die Dämmung hat rund 70.000 Euro gekostet. Allein die Fassade lag bei 40.000 Euro. Das ist ja aber auch eine riesige Fläche: etwa 350 Quadratmeter; wahrscheinlich könnte man zwei, drei Einfamilienhäuser damit dämmen. Für die Finanzierung habe ich einen Kredit bei der L-Bank aufgenommen, das ist die Baden-Württembergische Staatsbank. Der Zinssatz ist noch günstigerer als bei der KfW. Außerdem gibt es einen Tilgungserlass von 7,5 Prozent. Meine Energie-Einsparungen durch die Dämmung kann man schlecht 1:1 ausrechnen, da ich ja auch eine neue Heizung habe. Aber Fakt ist: Früher hab ich nur zwei Etagen, also eine Wohnfläche von ungefähr 160 Quadratmeter genutzt. Da hatte ich Heizkosten von etwa 2000 Euro pro Jahr. Jetzt beheize ich drei Etagen mit einer Fläche von 240 Quadratmetern und zahle im Jahr nur 700 bis 800 Euro.“

Meine Tipps: Darauf sollten Verbraucher beim Dämmen achten

„Man sollte unbedingt mit einem Energieberater zusammenarbeiten. Das hab ich auch gemacht. Bevor man sich für einen Berater entscheidet, ist es aber wichtig, sich mehrere Meinung anzuhören. Sonst kann es sein, dass man über den Tisch gezogen wird. Ich hatte zum Beispiel eine Firma angefragt, bei der die Sanierung des Hauses um die Hälfte mehr gekostet hätte als ich letztlich bezahlt habe. Außerdem ist es ja so: Je mehr man isoliert, desto mehr Zuschüsse bekommt man auch. Ich hätte mich ja auch für ein KfW-Effizienzhaus 70 entscheiden können. Aber mehr Dämmung bedeutet auch, dass die Investitionen insgesamt steigen. Am Ende frisst das die Zuschüsse dann auch wieder auf. Da muss jeder überlegen, welche Dämmstufe sich für das jeweilige Haus rechnet.“

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