Ricarda Rieck – Umsetzungsphase

„Uns ist schon länger klar, dass wir einen neuen Heizkessel brauchen.“

Das Haus der Riecks ist 111 Jahre alt. Bei den vielen notwendigen Sanierungsmaßnahmen wollte Ricarda Rieck vor allem auch in die Energieeffizienz investieren. Die Beratung mit Experten hat gezeigt: Dazu gehört ein neuer Heizkessel.

Heiligengrabe, September 2014. „Das Haus wurde 1903 gebaut. Es gehörte zum Bauernhof meines Großvaters“, erzählt Ricarda Rieck. Nach dem Krieg wurde die Familie enteignet; und erst vor fünf Jahren haben die Riecks das Haus von der Gemeinde Heiligengrabe zurückgekauft. „Für uns ist es so, als hätte sich ein Kreis geschlossen“, sagt die promovierte Ingenieurin für Lebensmitteltechnologie und Verfahrenstechnik, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungszentrum Jülich arbeitet. Im Januar hat die Familie mit den Sanierungsmaßnahmen begonnen: die 49-jährige Ricarda Rieck mit ihrem Mann Uli und den Kindern Charlotte und Julius. „Außerdem ist mein Vater Bernhard oft zu Besuch. Er wurde hier geboren.“

Der alte Heizkessel…

Fünf Öltanks stehen noch im Keller, jeder 1.500 Liter groß. Der zugehörige Wolf Öl-/Gas-Spezialheizkessel stammt aus dem Jahr 1991; er hat einen Wärmeleistungsbereich von 32 bis 40 Kilowatt, die Warmwasserbereitung ist integriert. „Der Kessel ist für uns allein völlig überdimensioniert. Aber er hat früher die Nebengebäude mit versorgt.“ Dass ein neuer Kessel eingebaut werden muss, ist Ricarda Rieck schon einige Zeit klar: Es gab so manche Reparaturen, das Abgasrohr musste erneuert werden. „Außerdem hat unser Schornsteinfeger gesagt, wir müssten unbedingt etwas tun.“ Die Abgaswerte waren nicht in mehr in Ordnung.

… muss ausgetauscht werden

Schon seit die Riecks das Haus gekauft haben, beschäftigen sie sich mit Sanierungsmaßnahmen. Immer wieder ging es dabei auch um Energieeffizienz. „Wenn man 50 ist, muss man sich eingestehen, dass man nicht mehr 50 Jahre in dem Haus wohnen kann. Deswegen haben wir überlegt, welche Maßnahmen sich relativ schnell rechnen. So kamen wir auch auf die Heizungserneuerung.“

Eine interessante Option wäre ein „Nah-Wärme-Mini-System“ gewesen, erklärt Ricarda Rieck. Ein System, das so wie früher das komplette Bauernhofensemble versorgt: das Wohnhaus der Riecks genauso wie die Stallgebäude, in denen sich jetzt die Freiwillige Feuerwehr, ein Treffpunkt für den örtlichen Faschingsverein und eine Begegnungsstätte befinden. Aber in den anderen Gebäuden wurden inzwischen jeweils eigene Gas-Brennwertheizungen installiert. Deshalb haben sich auch die Riecks jetzt für diese Variante entschieden und wollen eine eigene Brennwertheizung einbauen lassen. „Wir hatten erst ein Kompaktgerät von Vaillant im Blick“, sagt Ricarda Rieck. „Auf einer Hausmesse habe ich mir verschiedene effiziente Geräte angesehen. So wie es jetzt aussieht, könnte der ecoVIT von Vaillant unser neuer Kessel werden.“

Und jetzt kommt der Neue...

Heiligengrabe, November 2014. Es ist ein verregneter Herbsttag, an dem Ricarda Rieck ihren alten Heizkessel tauschen lässt. Die zweitätigen Arbeiten finden im Rahmen des Praxistest Brennwert statt und werden von co2online mit einem Kamerateam begleitet. Mit dem neuen Brennwertkessel ist Ricarda Rieck voll und ganz zufrieden. „Bei uns hat sich der Wohnkomfort mit dem neuen Kessel deutlich verbessert. Vorher wurde es manchmal nicht überall gleichmäßig warm. Das ist jetzt anders. Außerdem läuft der neue Kessel im Vergleich zum alten fast völlig geräuschlos.“

Richtig informieren

Informationen auf Messen und Ausstellungen sammeln

„Ich war schon vor ein paar Jahren auf einer Ausstellung in einem Bauchfachzentrum. Dort konnte man sich anschauen, wie ein Brennwertkessels mit Solar-Unterstützung funktioniert. Damals war ein trüber Tag, der Himmel war ganz wolkenverhangen – und der Fachmann vor Ort meinte, das Licht würde schon reichen, um das Wasser zu erwärmen. Das fand ich sehr interessant. Später hab ich noch auf anderen Handwerksmessen und auf den Berliner Energietagen mit verschiedenen Anbietern und Handwerkern gesprochen.“

Persönliche Beratung durch Energieberater & Handwerker

„Dann haben wir uns einen Energieberater ins Haus geholt, gefördert vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wir machen ja verschiedene Sanierungsmaßnahmen an der baulichen Hülle und die Energieeffizienzmaßnahmen. In der Komplexität ist das anspruchsvoll. Da wollten wir die Einschätzung eines Experten haben. Leider war der erste ein Reinfall. Da waren wir schon schlauer. Aber ich hab einen zweiten Versuch gestartet; diesmal mit einem Energieberater der Verbraucherzentrale. Der hat den sogenannten Gebäude-Check gemacht. Und das hat mir außerordentlich gut gefallen, weil er so viele praktische Tipps hatte. Zum Beispiel: Wie viele Kilowattstunden brauche ich, um einen Liter Wasser zu erwärmen? Wie hoch ist eigentlich mein Wasserverbrauch? Das hat mir ein bisschen die Augen geöffnet, wo die Energie überhaupt hingeht.

Das gesamte Baugeschehen wird von einem erfahrenen Architekten aus Wittstock/Dosse begleitet. Und auch was die Handwerker betrifft war es uns wichtig, Firmen aus der Region zu beauftragen. Weil wir gesagt haben: Die kennen sich aus. Und die können sich auch nicht erlauben, schlechte Qualität abzuliefern. Außerdem kann ich sie später auf kurzem Wege kontaktieren, wenn irgendetwas mit der Heizung ist, oder ich eine Frage hab. Wir haben uns fünf Angebote machen lassen.“

Praxiserfahrungen nutzen: Internet, Verwandte, Freunde und Nachbarn

„Wir haben verschiedene Internetquellen genutzt. Zum Beispiel gibt es bei der EnBauSa viele Berichte von Leuten, die selbst saniert haben. Was das Thema Förderung betrifft, sind die Seiten der KfW Bank sehr aussagekräftig. Außerdem haben wir übers Internet verschiedene Heiztechnologien verglichen und die Handwerker recherchiert, von denen wir uns Angebote haben machen lassen. Ich hab geschaut, welche Handwerker empfohlen werden, wer bei der Innung registriert ist, wer sich gut präsentiert und gute Referenzen hat.

Zwischendrin haben wir immer mal wieder mit Nachbarn, Verwandten und Freunden gesprochen. Wie läuft das bei euch? Wie sicher ist eure Heizung? Gibt es Ausfälle? Das ist immer interessant.“

Meine Tipps

„Es ist wichtig, sich viele Informationen zu holen, um für sich selber guten Gewissens eine Entscheidung treffen zu können. Besonders gut war das Gespräch mit dem Energieberater der Verbraucherzentrale. Und es war sehr aufschlussreich, verschiedene Handwerksfirmen zu erleben, wenn die durch den Keller und das Haus gehen und sich alles ansehen. Da haben wir schnell gemerkt, wer sich intensiv mit der eigenen Arbeit auseinandersetzt und seinen Job ernst nimmt.“

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Heiztechniken

Unsere Entscheidung? Ein Gas-Brennwertkessel!

„Wir haben über viele mögliche Heiztechniken nachgedacht. Unser Haustechniker hatte zum Beispiel einen Öl-Brennwertkessel ins Gespräch gebracht. Schließlich ist unser alter Kessel ja ein Ölkessel. Und der Ölpreis ist in diesem Jahr deutlich niedriger als im Vorjahr. Aber dann hat uns der Handwerker erzählt, was die anderen Kunden so bevorzugen – und das ist Gas-Brennwert. Außerdem gibt es bei Öl immer diesen Geruch. Und wenn wir die fünf Tanks á 1.500 Liter abbauen, haben wir im Keller einen Raum mehr. Letztlich haben wir uns also für einen Gas-Brennwertkessel entschieden: ein ecoVIT exclusiv von Vaillant. Es ist ein ganz modernes Gerät, das schon alle Anforderungen der neuen EnEV erfüllt. Integriert ist ein Schichtenladespeicher für 150 Liter Wasser. Das kommt uns entgegen, weil wir oft Besuch haben – und die Anlage dann schnell größere Mengen warmes Wasser produzieren kann. Der Kessel hat eine Leistung von 26 Kilowattstunden; modulierend zwischen 30 und 100 Prozent. Unser Handwerker hat gesagt, dass wegen der Größe des Hauses und den Verbrauchsrechnungen der letzten Jahre eine geringere Leistung nicht zu empfehlen wäre. Außerdem wollen wir die Rohrleitungen im Keller fachmännisch isolieren lassen, damit nicht zu viel Wärme verloren geht. Und wir bauen für alle Heizkörper neue Thermostatventile ein. Die sollten, so wie der Heizkessel auch, per Smartphone steuerbar sein. Wir sind viel unterwegs – und dann ist es ganz praktisch, wenn wir die Heizung schon auf der Autobahn aufdrehen können – und es dann schön warm ist, wenn wir zu Hause ankommen.“

Alternativen: Solarthermie, Holzpellets & Co.

„Als einer der Handwerker, die uns Angebote zum Kesseltausch gemacht haben, unser Haus gesehen hat, meinte er gleich: „Da muss ein Mini-Blockheizkraftwerk rein.“ Aber wir sind ja nicht ständig vor Ort. Deshalb ist es schwierig, die Grundlast einzustellen. Ähnlich ist es bei einer thermischen Solaranlage. Auch da muss man schon dauerhaft zu Hause sein und die Energie auch nutzen, damit sich das lohnt. Deshalb haben wir davon Abstand genommen. Eine Holzpellet-Heizung funktioniert bei uns nicht, weil das Grundwasser sehr hoch steht, und es recht feucht im Keller ist. Unser Haus ist ja an einigen Stellen noch so wie es 1903 gebaut wurde. Und im Keller hat man eben einfach Ziegelsteine auf den Sand gelegt – damit sich das Wasser schnell wieder absenken kann, wenn es denn mal da ist. Das heißt: Für eine Pelletheizung müsste man erst noch größere bauliche Veränderungen vornehmen. Das wollten wir nicht. Dafür hatten wir eigentlich auch noch Erdwärme oder eine Wärmepumpe auf dem Zettel. Ich weiß gar nicht mehr richtig, warum wir das nicht mehr weiterverfolgt haben. Ich glaube, es lag daran, dass es in der Region wenig Erfahrung damit gibt.“

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Finanzieren

Investitionen und Förderung

„Um den Kesseltausch und auch die anderen Sanierungsmaßnahmen an unserem Haus zu finanzieren, haben wir einen Kredit bei der KfW und bei unserer Hausbank aufgenommen. Der Kesseltausch hat – inklusive Warmwasserspeichertausch und einiger Zubehörteile – etwa 7.500 Euro gekostet. Dazu kamen allerdings noch einige individuelle Ausgaben: Je 1.000 Euro haben wir für neue Rohrleitungen, neue Leitungsisolierungen und neue Thermostatventile bezahlt. Der Einbau eines neuen Heizkörpers und die Umsetzung eines alten hat 500 Euro gekostet. Außerdem wurde der Gasanschluss zu uns ins Haus gelegt. In Brandenburg liegt der Standardpreis dafür bei 1.800 Euro. Und wenn wir im Januar die alten Öltanks abbauen lassen, wird dies schätzungsweise noch einmal 1.000 Euro kosten.

Die Förderung unseres Kesseltauschs läuft über den Kredit bei der KfW, bei dem wir nur ein Prozent Zinsen zahlen. Das ist eine feine Sache. Außerdem hatten wir uns im Vorfeld durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale beraten lassen – und diese Beratung wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.“

Erwartete Heizkosteneinsparung: 15 bis 20 Prozent

„Bisher wurden im Jahr etwa 3.500 Liter Erdöl verbraucht. Ich denke, dass wir nach dem Tausch einen Verbrauch von etwa 3.000 Kubikmetern Gas haben werden. Also vielleicht 15 bis 20 Prozent weniger. In dieser Größenordnung würde ich mir das zumindest wünschen. Das heißt natürlich auch, dass sich der Kesseltausch nicht gleich morgen oder übermorgen rechnen wird. Aber vielleicht in acht oder zehn Jahren. Davon gehen wir aus; sonst hätten wir es nicht gemacht. Dabei hängt die Amortisationszeit natürlich auch stark davon ab, wie sich die Preise für Gas entwickeln.“

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Heizkessel tauschen!

Mein Heizkesseltausch – Tag 1

„Vor dem Einbau des Gas-Brennwertkessels hat unser Architekt den Wärmebedarf des Hauses ermittelt und mit der Leistung des angebotenen Heizkessels abgeglichen. Erfreulich für uns war, dass in beiden Fällen die gleiche Leistung empfohlen wurde. Damit war klar, dass der neue Kessel die passende Leistung für unser Haus haben wird. Zuversichtlich sahen wir dem Kesseltausch entgegen.

Zum vereinbarten Termin standen die Handwerker morgens um 7.30 Uhr auf unserem Hof. Ein Team von vier Heizungstechnikern, die gleich voller Tatendrang mit der Arbeit begannen. Sie stellten den alten Kessel ab und ließen das Heizwasser aus den Heizkörpern. Dann wurde der alte Heizkessel demontiert und samt Wärmespeicher aus dem Keller geschafft. Fast zeitgleich erfolgte die Anlieferung des neuen Heizkessels, den die Heizungsmonteure vorsichtig in den Keller fuhren. Bevor sie ihn installieren konnten, waren noch einige Arbeiten nötig. Die Zuleitung für das Erdgas wurde bis zum Standort des neuen Kessels verlegt; neue Rohrleitungen zum Kessel und zum Wärmespeicher wurden montiert. Außerdem brauchten wir im Bereich der Kellertreppe eine neue Heizungsrohrleitung. Für den Kondensatablauf wurde ein Loch in eine Wand gebohrt, weil das Abwasserrohr im benachbarten Kellerraum läuft. Auch für das neue Rohr im Schornstein waren Stemmarbeiten notwendig. 

Währenddessen haben die anderen Monteure die voreinstellbaren Thermostatventile eingebaut, die eine praktische Handhabung des hydraulischen Abgleichs erlauben. Wir haben 16 Heizkörper im Haus, deshalb hat das eine Weile gedauert. Außerdem wurde ein Heizkörper neu installiert und ein zweiter von einem Raum in einen anderen Raum verlegt, weil dort der Wärmebedarf höher ist.

Der Schornsteinfeger war vor Ort und stimmte sich mit uns und dem Heizungstechniker ab. Er überprüfte, ob der neue Gas-Brennwertkessel ausreichend Zuluft bekommt. Diese Zuluft kommt bei uns nicht aus dem Schornstein, sondern direkt aus dem sehr großen Kellerraum. Und eine Mitarbeiterin unseres Gasversorgers hat den Anschluss und die Sicherheit der Gasanlage geprüft. 

Schließlich war alles für die Installation des neuen Kessels vorbereitet. Kessel und Warmwasserspeicher wurden montiert und soweit in Betrieb genommen, dass wir abends zumindest warmes Wasser hatten und eine heiße Dusche nehmen konnten. Das war ganz gut, denn das Haus war inzwischen deutlich ausgekühlt.“

Mein Heizkesseltausch – Tag 2

„Auch am zweiten Tag ging es morgens um 7.30 Uhr los. Es fehlten noch einige Montagearbeiten wie der Einbau der beiden Wärmemengenzähler für Heiz- und Warmwasserkreislauf. Außerdem wurden alle Rohrleitungen neu isoliert.

Dann haben die Monteure das komplette Heizsystem mit aufbereitetem Wasser befüllt und anschließend abgedrückt – das heißt, sie haben getestet, ob alle Leitungen, Kugelhähne, Absperrventile usw. dicht sind. Unser Haus ist ja sehr groß. Deshalb wurde die Anlage so installiert, dass wir eine Haushälfte separat beheizen können.

Anschließend wurde der hydraulische Abgleich vorgenommen. Dafür wurde der Heizwasserdurchfluss an jedem einzelnen Heizkörper durch den Heizungstechniker eingestellt. 

Am Nachmittag war es endlich soweit. Gegen 16.30 Uhr lief die Heizung und schnurrte leise vor sich hin, sodass es bis zum Abendessen wieder warm im Haus war. Das war ein gutes Gefühl.“

Abnahme und Erklärungen durch den Handwerker

„Besonders wichtig war mir die Sicherheit des Gasanschlusses. Da habe ich mir die einzelnen Installationsschritte genau erläutern lassen. Beim Einbau des Kessels wollte ich vor allem wissen, wo die Wärmemengenzähler sind und wie ich sie richtig ablese. 

Als alles fertig installiert war, hat uns der Heizungstechniker in die Steuerung des neuen Gas-Brennwertkessels eingewiesen. Er nahm die Schaltung für die einzelnen Wochentage vor, erläuterte wie die Wärmemengenzähler abgelesen werden und zeigte, wie bei Bedarf Wasser für das Heizsystem nachgefüllt werden kann. Die gesamte Einführung hat ungefähr 20 Minuten gedauert – das Menü ist ja nutzerfreundlich. Und wenn ich doch noch eine Frage hab, kann ich mich jederzeit bei meinem Heizungstechniker melden. Ganz am Schluss habe ich natürlich auch noch ein Übergabeprotokoll bekommen.

Was jetzt noch fehlt, ist der Abbau der alten Öltanks. Das dürfen nur speziell zertifizierte Firmen machen – und da gab es im vergangenen Jahr keine Termine mehr.“

Mein Fazit

„Ich war überrascht wie schnell der alte Kessel abgebaut war – das war im Grunde eine Minutensache. Genauso erstaunt war ich dann, dass es doch eine ganze Weile dauert, das neue Rohrsystem zu installieren, den Kondensatablauf einzurichten und den neuen Kessel zu montieren. Die Heizungsfirma, die ich ausgewählt habe, hat das aber alles sehr gewissenhaft und versiert erledigt. Zudem waren die Wohnräume von den Arbeiten kaum betroffen. Zwar mussten die Heizungstechniker für den Austausch der Thermostate in jeden Raum – aber sie waren sehr umsichtig und haben sich zum Beispiel Überzieher über die Schuhe gezogen.

Insgesamt bin ich mit dem Kesseltausch voll und ganz zufrieden. Alles ging in der vorgesehen Zeit über die Bühne. Meine Erwartungen an den Fachmann aus der Region, den ich mir ausgesucht hatte, haben sich voll erfüllt. Ebenso die Erwartungen an den Kessel selbst: Die Wärme, die ich nach dem Kesseltausch in den Räumlichkeiten gespürt habe – das war anders als vorher. Das hat auch meine Familie bestätigt. Das liegt einfach daran, dass die Heizung jetzt besser auf den Wärmebedarf des Hauses abgestimmt ist.“

Meine Tipps

„Unser Haus ist in den zwei Tagen ohne Heizung schon etwas ausgekühlt. Wir haben das ganz gut ausgehalten, aber das ist sicher individuell verschieden. Eine Familie mit kleinen Kindern oder ältere Menschen, die es gern warm haben, sollten den Kesseltausch vielleicht besser in die Sommermonate legen.

Ich finde es wichtig, dass eine Firma, die ein Angebot macht, auch den Wärmebedarf des Hauses berechnet. Diese Berechnung sollte man durchaus noch einmal hinterfragen. Ich habe gelesen, dass viele neue Heizkessel überdimensioniert sind – und viele Verbraucher deshalb mit einem neuen Kessel gar nicht so viel Energie sparen, wie sie vielleicht könnten. Darum haben wir uns diesbezüglich auch von unserem Architekten beraten lassen. Schließlich sollte der neue Kessel die richtige Größe haben und optimal zu unserem Haus passen.“

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Nach dem Kesseltausch im November 2014 verbraucht Ricarda Rieck deutlich weniger Heizenergie als zuvor. Mit Hilfe ihrer Wärmemengenzähler sieht sie zudem, wie viel Energie sie für Warmwasser und Raumwärme benötigt.

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Monitoring & Alltagsfragen

Monitoring zeigt erste Einsparungen

„Monitoring ist für mich wichtig, weil der Verbrauch ein Kostenfaktor in meiner Haushaltskasse ist. Ich will sehen, welche monatlichen Ausgaben ich habe und wie viel es übers Jahr kostet, mein Haus warm zu bekommen. Mit dem Kesseltausch haben wir uns auch dafür entschieden, als private Verbraucher einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wenn ich eine gute Technik habe, wenn ich die Anlage gut einstelle, kann ich damit meinen Gasverbrauch senken. Dann entstehen auch weniger klimaschädliche Emissionen, und ich habe etwas für die Umwelt getan. Auch das kann ich über ein gutes Monitoring sehen.

Die Daten zu unserem Heizenergieverbrauch haben wir schon vor dem Praxistest kontrolliert. Damals bestand mein Monitoring in Markierungen an den Öltanks, um den Verbrauch im Blick zu behalten und um rechtzeitig neues Öl zu bestellen. An jedem Heizkörper gab es Verdunstungsröhrchen. Am Jahresende wurden Wärmeverbrauch und Kosten durch einen Dienstleister in einer Abrechnung dargestellt. Jetzt nutze ich mit dem Energiesparkonto zum ersten Mal ein Monitoring-System. Ich finde es praktisch, nicht nur die Zahlen zu sehen, sondern grafische Darstellungen zu bekommen. Und: Es gibt im Konto einen Vergleich zum Durchschnittsverbraucher – das ist eine gute Orientierungshilfe dafür, wo wir mit unserem Verbrauch tatsächlich stehen.

Wir haben vor dem Kesseltausch mit 15 Prozent Energieeinsparungen gerechnet – davon gehen wir nach wie vor aus. Wenn ich den bisherigen Verbrauch betrachte und für die nächsten Monate abschätze, träfe das auch so ein. “ 

Genauere Daten durch Wärmemengenzähler

„Im Zuge des Praxistest Brennwert wurden zwei Wärmemengenzähler bei uns eingebaut: einer für Raumwärme, einer für warmes Wasser. Den Ölverbrauch des alten Kessels haben wir immer nur jahresweise erfasst. Mit Hilfe der Wärmemengenzähler können wir unseren Verbrauch jetzt viel detaillierter beobachten. Ich lese die Zählerstände jede Woche ab – und weiß genau, wie viel Energie fürs Heizen und wie viel für das warme Wasser verbraucht wurde. Damit bin ich näher dran. 

Der Einbau der Zähler war sehr einfach. Wir haben dem Handwerker nur gesagt, wo genau sie montiert werden sollen – damit wir sie dann auch gut ablesen können.“

Vorerst keine Steuerung der Heizung per App

„Wir hatten überlegt, unsere Heizung per App zu steuern. Aber das haben wir jetzt doch nicht gemacht, weil wir es im Moment nicht brauchen. Wenn wir nicht zu Hause sind, haben wir eine Grundtemperatur von 15 Grad eingestellt. Und wenn wir dann zurückkommen, dauert es nicht so lang, bis Räume auf eine angenehme Zimmertemperatur beheizt werden. Falls sich aber herausstellt, dass es doch praktischer wäre, die Heizung auch per App von unterwegs zu steuern, können wir die Anlage jederzeit umrüsten“

Wartung und Reparaturen

„Die Wartung macht bei uns die Heizungsfirma, die auch den Kessel eingebaut hat. Wir haben vertraglich vereinbart, dass einmal im Jahr ein Handwerker vorbeikommt, die notwendigen Wartungsarbeiten vornimmt und überprüft, ob die Steuerung gut eingestellt ist. Was dabei alles gemacht wird, weiß ich noch nicht. Falls wir zwischendurch Fragen zum Kessel haben, können wir den Installateur jederzeit anrufen. 

Einen richtigen Reparaturfall hatten wir mit unserer neuen Heizanlage noch nicht – der Kessel funktioniert sehr gut. Allerdings hatten wir einmal bemerkt, dass das Kondensat nicht in den Siphon lief, sondern auf die Plattform, wo der Heizkessel steht. Das war passiert, weil der Schlauch für die Kondensat-Ableitung sehr starr ist und ein Eigenleben entwickelt hatte. Er hat sich selbst bewegt und war neben den Siphon gerutscht. Also haben wir ihn mit einem Draht befestigt – und das Problem war gelöst.“

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Bildergalerie – Ricarda Rieck aus Heiligengrabe OT Papenbruch

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