Möglichkeiten zur Optimierung von Brennwertkesseln: Gastkommentar der Verbraucherzentrale

Brennwertkessel machen oft zu wenig aus ihren Möglichkeiten, sagt Peter Kafke von der Verbraucherzentrale Energieberatung. Er fordert einen hydraulischen Abgleich für die Anlage und eine Warnlampe für Kessel, die auf Werkseinstellungen laufen.

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kleine Kraft-Wärme-Kopplung für Einfamilienhäuser, Brennstoffzellen oder Hybridwärmepumpen – allen gemeinsam ist ihr bis auf weiteres kleiner Anteil am großen Markt der Heiztechnik.

Nach wie vor hat ganz konventionelle Technik den Löwenanteil der Heizungskeller gepachtet: Gas- und Öl-Brennwertgeräte dominieren. Hersteller und Handwerker befinden sich in der bequemen Situation, dass Verbraucher denken, diese Technik sei ausgereizt. Tatsächlich bekommt der Kunde leider oft keine optimale Lösung präsentiert.

Bei der Energieberatung der Verbraucherzentralen bieten wir seit zwei Jahren den so genannten „Brennwert-Check“ an. Dabei werden viele Aspekte der Heizungsanlagen – von der Kondensatmenge der Brennwertkessel über die Kesselleistung bis zur Dämmung der Rohre – geprüft.

Nach Inaugenscheinnahme von 2.000 Heizungskellern können wir einige Bereiche benennen, die einer optimalen Nutzung des Brennstoffs bei Brennwertkesseln klar im Wege stehen.

Problem: Die meisten Anlagen sind zu groß

Peter Kafke von der Verbraucherzentrale Energieberatung

Der ganz überwiegende Teil der Anlagen ist deutlich zu groß dimensioniert. Das führt zu häufigen Brennerstarts, die vermeidbare Emissionen und erhöhten Geräteverschleiß nach sich ziehen. Obendrein berechnen viele Gasversorger ihre Grundgebühren nach der installierten Leistung und die Verbraucher zahlen jeden Monat mehr als nötig.

Der hydraulische Abgleich wird leider nur in einer verschwindenden Minderheit der Fälle durchgeführt, obwohl sein Fehlen zu einigen Prozent Mehrverbrauch beim Brennstoff und zu erheblichem Mehrverbrauch beim Pumpenstrom führt. Brennwerttechnik ohne eine durch hydraulischen Abgleich optimierte Gesamtanlage ist wie Autofahren mit angezogener Handbremse. Aber während der Unfug beim Auto jedem klar ist, findet er in den meisten Heizungen statt!

Forderung an Hersteller: Störungsmeldung und einheitliche Regelungen

Augenfällig ist, dass viele Regelungen am Kessel auf Werkseinstellungen bleiben und oft sogar bei der jährlichen Wartung die individuellen Anpassungen rückgängig gemacht werden. Offensichtlich wird das erhebliche Sparpotenzial exakt angepasster Regelparameter in der überwiegenden Zahl der Fälle verschenkt. Nachtabsenkungen und Sommer-/Winterzeiten sind häufig falsch eingestellt.

Die Verbraucherzentrale Energieberatung fordert daher: Der Betrieb des Kessels bei unveränderter Werkseinstellung sollte eine Störungsmeldung zur Folge haben, damit der Hauseigentümer merkt, dass ein erhebliches Sparpotenzial verschenkt wird. Zusätzlich sehen wir die Hersteller in der Pflicht, endlich eine gemeinsame Menü-Sprache und -Struktur ihrer Regelungen zu schaffen, so dass künftig alle Regelungen sowohl vom Handwerker individuell angepasst als auch vom durchschnittlichen Nutzer entsprechend bedient werden können. Im gleichen Kontext muss über lesbare Bedienungsanleitungen und zugängliche Typenschilder diskutiert werden: Bei unseren Checks konnte bisweilen nicht einmal die Kesselleistung ohne weiteres ermittelt werden.

Hinweis: Sie wollen Ihren Brennwertkessel  vor Ort unter die Lupe nehmen lassen? Die Experten der Verbraucherzentrale Energieberatung prüfen im Rahmen der Aktion Brennwertcheck die tatsächliche Effizienz der Brennwerttechnik.

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