7 Tipps und Trends zu Brennwertkesseln: Interview

Wolfgang Diebel beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema Heiztechnik. Im Interview spricht der Leiter des Produktmarketings bei Buderus über Brennwerttechnik, künftige Trends und gibt Tipps für Käufer eines Brennwertkessels.

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Eine Modernisierung der Heizung steht an. Welche Fragen sollten Hauseigentümer vor dem Kauf eines Brennwertkessels unbedingt beantworten können?

Im Normalfall ist heute im Ein- und Zweifamilienhausbereich jedes Heizsystem für die Kombination mit einem Brennwertkessel geeignet. Bei der Installation stellt sich jedoch die Frage nach dem Abgassystem. In der Regel muss bei der Installation eines Brennwertkessels eine neue Abgasleitung installiert werden. Diese kann allerdings meist einfach in den vorhandenen Schornsteinschacht eingezogen werden. Eine weitere wichtige Frage: Wohin mit dem Kondensat, das im Brennwertkessel entsteht. Hierfür muss in der Nähe des Kessels eine geeignete Ablaufmöglichkeit vorhanden sein. Oder das Kondensat wird mit einer Kondensatpumpe zu einem Ablauf außerhalb des Aufstellraumes gepumpt.

Worin unterscheiden sich wandhängende Geräte und Standgeräte?

Wolfgang Diebel, Buderus

Wandhängende Brennwertgeräte stellen heute im deutschen Markt die Standard-Technologie dar, weil sie preisgünstig und sehr kompakt sind. Bodenstehende Brennwertkessel haben in der Regel ähnliche Installationsbedingungen wie ein bereits installierter bodenstehender Heizkessel. Soll nur ein 1:1-Austausch des Kessels erfolgen, bieten sich bodenstehende Brennwertkessel an, weil sie sich dann einfacher installieren lassen.

Mit welchen Kosten muss man für Kauf und Montage rechnen?

Die Modernisierung einer Heizungsanlage durch einen Brennwertkessel kostet je nach Umfang zwischen 6.000 und 10.000 Euro. Endverbraucher sollten unbedingt die bestehenden Förderungsmöglichkeiten von KfW oder Bafa nutzen. Diese reduzieren die Investitionskosten.

Stichwort Überdimensionierung des Kessels: Ist die richtige Kesselleistung auch bei Brennwertgeräten ein wichtiges Thema?

Für die richtige Dimensionierung der Kesselanlage sollte der Verbraucher den Heizungsfachmann vor Ort kontaktieren. Dabei ist nicht nur der Heizwärmebedarf, sondern auch der Warmwasserbedarf bzw. –komfort zu berücksichtigen. Allerdings hat die Kesselleistung für die Effizienz des Brennwertkessels nur eine untergeordnete Bedeutung. Moderne Brennwertkessel  haben einen großen Modulationsbereich und passen ihre Leistung automatisch an.

Was gilt es außerdem bei der Umrüstung auf Brennwerttechnik zu beachten?

Wenn die Modernisierung langfristig sinnvoll sein soll, stellt sich die Frage nach der Zukunftsfähigkeit. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, bietet sich die Kombination mit einem Puffer- oder Kombispeicher an. Die Brennwerttechnik wird dann mit regenerativen Energien wie beispielsweise Solarthermie oder einem Kaminofen mit Heizwasser-Wärmetauscher kombiniert. Zusätzlich spielt der hydraulische Abgleich des Heizsystems eine große Rolle. Nur wenn das Heizungssystem optimiert und hydraulisch abgeglichen ist, kann der Brennwertkessel seine Stärken ausspielen.

Jede fünfte Heizanlage in Deutschland ist bereits mit Brennwerttechnik ausgestattet. Ist eine Heizungsmodernisierung in diesen Fällen dennoch sinnvoll?

Bei Brennwertkesseln, die über 15 Jahre alt sind, ist es durchaus sinnvoll. Moderne Brennwertkessel arbeiten deutlich effizienter und bieten durch moderne Regelungstechnik und Systemergänzungen ein deutliches Plus für den Endverbraucher. So können heute zum Beispiel Smartphones und Tablets genutzt werden, um die Heizungsanlage via Internet zu bedienen und zu überwachen. Das sorgt für ein zusätzliches Plus an Komfort und Sicherheit.

Abschließend ein Blick in die Zukunft: Wohin geht der Trend beim Heizen?

Das ist eine schwierige Frage. Fest steht aber, dass der Trend immer mehr zum anteiligen Einsatz von regenerativen Energien geht. Der Verbraucher wird so unabhängiger von fossilen Energien. Mittelfristig wird die Kombinationen von Brennwertkesseln und regenerativen Energien, etwa Solar oder Biomasse, zum Standard werden. Ebenso werden klassische Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik zunehmen. Zusätzlich werden sich neue Technologien wie Gas-Wärmepumpen und Brennstoffzellen etablieren. Ein weiterer Trend geht in Richtung Energie Plus Haus, also hin zu Systemlösungen, die mehr Energie bereit stellen als sie verbrauchen.

Zur Person:
Wolfgang Diebel leitet das Produktmarketing der Bosch Thermotechnik GmbH, Buderus Deutschland. Der Diplom-Ingenieur ist seit 1984 in verschiedenen Positionen bei Buderus Heiztechnik bzw. der Bosch Thermotechnik GmbH tätig.

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