ETH comfort 200 im Heizungsthermostat-Test

Dirk Rehfeld lebt in einem 3-Personen-Haushalt in einem gemieteten Einfamilienhaus in Stuttgart. Die 108 Quadratmeter werden mit einer Öl-Zentralheizung und acht Heizkörpern auf Temperatur gebracht. Im Heizungsthermostat-Test: das ETH comfort 200 von ELV.

thermostat eth comfort 200

Dirk Rehfeld testet das ETH comfort 200 von ELV.

Die ETH comfort 200 sind gut und sicher verpackt. Sehr wichtig ist das Durchlesen der Bedienungsanleitung. Hierfür kann man ca. fünf Minuten Zeit einrechnen. Die Anleitung ist klar und deutlich geschrieben und einfach zu verstehen – bis auf die Fehlermeldung „F4“ (dazu später). Die Installation der ETH comfort 200 ist wie versprochen sehr einfach. Das Produkt passt auf alle gängigen Heizkörper. Im Lieferumfang sind zudem Adapter für Heizkörper der Firma Danfoss beigelegt, sodass nahezu alle Heizkörper mit dem ETH comfort 200 nachgerüstet werden können.

Zuerst legt man die mitgelieferten Batterien ein. Daraufhin beginnt die Anzeige zu arbeiten und fordert die Einstellung von Uhrzeit und Datum. Mit Zuhilfenahme der Bedienungsanleitung, die man nur beim ersten Mal braucht, hangelt man sich durch das Menü. Das Menü selbst könnte etwas eindeutiger sein. Die Bezeichnungen InS, AdA, dAt, POS, dSt usw. sind für Laien nicht ganz so klar zu definieren. Aber das kann man ja in der Anleitung nachschlagen. Die Montage selbst ist in wenigen Minuten erledigt. Achten muss man dabei darauf, dass der alte Regler ganz nach links gedreht ist. Nach der Demontage des alten wird der neue Kopf einfach angeschraubt. Danach folgt eine Anpassung an das Ventil mittels einer Adapterfahrt (Anzeige AdA).

Programmierung des ETH comfort 200

Wie schon beschrieben führt ein leicht verständliches Menü durch den Programmiervorgang. Klarer Pluspunkt der ETH comfort 200 ist die flexible Programmierung bis auf zehn Minuten genau. So kann man zum Beispiel den Heizkörper im Badezimmer morgens von 6 Uhr bis 8 Uhr und abends von 18 Uhr bis beispielsweise 20.30 Uhr laufen lassen. Das ETH comfort 200 schaltet genau. Es lassen sich einzelne Wochentage, Werktage und Wochenende sowie die ganze Woche schalten.

Handhabung des ETH comfort 200

Nach erfolgter Programmierung läuft der Regler des ETH comfort 200 im Auto-Modus. Alternativ kann man eine Urlaubsfunktion und eine manuelle Nutzung aktivieren. Ich glaube, beobachtet zu haben, dass der Kopf nach manueller Temperatureingabe zum nächsten Zeitpunkt der Automatik (Bsp. Bad abends, 18.00 Uhr) wieder in die Automatik springt. Kann ich aber nicht beschwören.

Eine weitere Taste am ETH comfort 200 dient der Umschaltung von Komfort- und Absenktemperatur. Die Symbole im Display sind eindeutig, die Funktion ist sehr praktisch und läuft bei Automatikbetrieb bis zum nächsten Schaltzeitpunkt der Auto-Einstellung. Dazu gesellen sich Funktionen wie beispielsweise ein Frostschutzbetrieb, eine Kindersicherung und die Möglichkeit, eine Heizpause einzustellen.

Funk-Fensterkontakt ETH comfort 200 in Großaufnahme.

Kommunikation

Der Thermostatkopf ist lernfähig. Das bedeutet konkret, dass der Stellantrieb mit bis zu vier Systemkomponenten wie Fernbedienung und Fensterkontakten kommunizieren kann.

Im Lieferumfang waren Fensterkontakte beigelegt. Diese können entweder mit Schrauben oder einem doppelseitigem Klebeband am Fenster montiert werden (hält besser, als man will). Sie funktionieren mit im Lieferumfang enthaltenen Batterien und bestehen im Wesentlichen aus zwei Teilen: einem Magneten, der an den Fensterrahmen kommt, und einer Elektronikeinheit, die das Signal weiterleitet, wenn der Magnet keinen direkten Kontakt mehr hat. So wird beim Öffnen des Fensters das einmalige und beim Schließen des Fensters das zweimalige Signal via Leuchtdiode an der Elektronikeinheit angezeigt.

Der Kopf registriert diese Signale und schaltet die Heizung auf zwölf Grad Celsius herunter. Nach dem Schließen des Fensters geht der Kopf auf die eingestellte Temperatur zurück. Das „Anlernen“ funktioniert ebenfalls sehr einfach. Es muss lediglich die „OK-Taste“ länger als drei Sekunden gedrückt werden, um die Anlernzeit von 30 Sekunden zu aktivieren. Diese zählt im Countdown herunter. In dieser Zeit wird das Fenster geöffnet und somit ein Signal gesendet. Der Kopf reagiert im Idealfall mit einem Displaywechsel zurück in die Normalansicht. Auch ein „Ablernen“ ist möglich, falls sich die Gesamtkonfiguration im Gebäude ändert. Das ist eine gute Sache.

Erfahrung mit dem ETH comfort 200

Den oben beschriebenen Erfahrungen muss ich leider auch etwas Negatives beistreuen. Leider hatte ich beim Installieren des ersten Stellantriebs ein Problem mit dem Anlernen des Fensterkontakts, denn es wurde immer der Fehler „F4“ angezeigt. Ich habe alles versucht, bekam den Fehler aber nicht weg. Schade, sehr schade ist, dass genau dieser Fehler nicht beschrieben ist. Weder in der Bedienungsanleitung des Kopfs, noch in der vom Fensterkontakt. Da ist man als User schon sehr aufgeschmissen. Auf eine Anfrage an das Unternehmen kam bisher keine Antwort.

Der Regler an sich lief aber so wie er sollte. Schön wäre es, wenn die tatsächliche Raumtemperatur im Display des ETH comfort 200 angezeigt würde.

Der zweite Regler war im Kinderzimmer eingebaut. Hier bemerkte ich, wie leicht das Drehrad zur Temperatureinstellung verdreht werden kann, denn immer, wenn mein Sohn (drei Jahre) an das Gerät kam, verstellte er ungewollt die Temperatur. Es wäre meines Erachtens daher besser, wenn das Drehrad etwas schwergängiger wäre.

Die Kommunikation mit dem Fensterkontakt funktionierte hier gut. Jedoch hatte ich nach drei Tagen auf einmal einen kalten Heizkörper und einen „F1-Fehler“, den ich nicht ganz verstanden habe, denn es lief ja drei Tage einwandfrei. Ich war nicht in der Lage, diesen Fehler wegzubekommen und habe den alten Kopf wieder installiert. Seitdem heizt der Heizkörper wieder.

Außerdem hatte ich das Gefühl, dass der Raum nicht so warm wurde wie mit dem alten Regler. Ist aber nur gefühlt. Gefühlt ist auch, dass ich dieses Produkt eigentlich nicht weiterempfehlen würde, da bei zwei Produkten zwei Fehler auftauchten, die einen Laien ganz schön ärgern würden, wenn sie die ETH comfort 200 bezahlten müssten. Ich zumindest wäre sehr sauer.

Fazit des Heizungsthermostat-Tests

Positiv im Heizungsthermostat-Test zu verzeichnen, sind die einfache Handhabung, Installation, Programmierung und Bedienung. Auch, dass das Unternehmen bei diesem Heizungsthermostat-Test mitgemacht hat, kann ich loben. Es ist mutig. Leider habe ich momentan noch keinen Vergleich, wie die Stellantriebe anderer renommierter Hersteller funktionieren. Ich werde auf der BAU 2011 in München mit den Herstellern reden. Vielleicht finde ich ja auch heraus, ob diese Stellantriebe von eQ-3 selbst entwickelt wurden oder ob es sich – zumindest teilweise – um OEM-Produkte handelt.

Dass es im Heizungsthermostat-Test jedoch bei zwei Geräten zwei Fehlermeldungen gibt, finde ich absolut unmöglich und eine Zumutung für die potenziellen Nutzer. Warum diese Fehler entstanden, ist mir nicht ersichtlich. An der Bedienung kann es jedoch nicht liegen. Ich finde es sehr schade, dass ich Ihnen die Sache mit den Fehlern schildern muss. Gerne hätte ich zuverlässige ETH comfort 200 im Heizungsthermostat-Test gehabt. Vielleicht hatte ich ja auch nur Pech und habe zwei Montagsprodukte bekommen.

Insgesamt ist als Konsequenz zu beschreiben, dass durch die zeitgenaue Dosierung von Heizwärme natürlich automatisch ein Einspareffekt eintritt. Wie hoch dieser ist, kann jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden. Das Design des Stellantriebs ist gut, übersichtlich und funktional. Vielleicht muss man noch einmal in das Innenleben des Stellantriebs schauen, wenn andere User auch über Fehler berichten sollten.

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